Architekten / Gestalter

Liv Falkenberg – Foto: privat / trafo Verlag Berlin

Liv Falkenberg – Foto: privat / trafo Verlag Berlin

Reinhold Lingner – Foto: Ilse Wolter/IRS Erkner

Reinhold Lingner – Foto: Ilse Wolter/IRS Erkner

Hanns Hopp – Foto: privat

Hanns Hopp – Foto: privat

Liv Falkenberg

als Ida Liefrinck am 22. 7. 1901 in Arnhem (Niederlande) geboren, besucht von 1918 bis 1922 die Quellinus-Kunstgewerbeschule in Amsterdam, studiert von 1922 bis 1925 Kunstgeschichte in Zürich, assistiert dort in einem Architektenbüro, arbeitet dann kurz in einem Pariser Möbelhaus als Entwurfszeichnerin, darf das Haus ihres Vaters in Oosterbeck einrichten und ist dann von 1926 bis 1928 Mitarbeiterin im Architekturbüro von J.(acobus) J.(ohann) P.(ieter) Oud in Rotterdam. 1927 arbeitet sie an der Weißenhofsiedlung Stuttgart mit und wird Mitglied der Gruppen „Opbouw“ und „De 8“. Zwischen 1928 und 1930 entwirft sie Möbel und Innenausstattungen und beginnt 1931 eine Ausbildung als Möbeltischlerin in den Deutschen Werkstätten Hellerau. Dort nimmt sie den Vornamen Liv an und heiratet 1933 Otto Falkenberg, die Hochzeitsreise ist in Wahrheit eine Flucht in die Niederlande. Möbel und Innenausstattungen entstehen, Liv Falkenberg arbeitet ab 1940 in der Glasfabrik Leerdam. Im September 1940 wird Otto Falkenberg verhaftet und später im KZ Sachsenhausen interniert. 1945 wird er in Sachsen mit der Neuordnung der Industrie betraut, 1946 zieht Liv Falkenberg nach Dresden und arbeitet als Innenarchitektin für die Leipziger Messe, die Parteischule Kleinmachnow, die Wirtschaftsschule in Plessow, die Verwaltungsakademie Forst Zinna und entwirft u.a. die Einrichtung für das Haus von Friedrich Wolf in Lehnitz. Otto Falkenberg wird 1948 Minister in Brandenburg und geht 1950 mit seiner Frau für elf Jahre in den diplomatischen Dienst nach Prag, Neu Dehli und Moskau. Von 1962 bis 1970 arbeitet Liv Falkenberg in der Informationsabteilung Berlin Projekt, IHA. Seit Mitte der achtziger Jahre werden besonders in den Niederlanden immer wieder Arbeiten von Liv Falkenberg ausgestellt.

Reinhold Lingner

am 27. 6. 1902 in Berlin geboren, Gärtnerlehre, dann Ausbildung an der Höheren Gartenbauanstalt Berlin-Dahlem, Arbeit für die Kriegsgräberfürsorge, 1933 fristlose Entlassung aus politischen Gründen, emigriert nach Frankreich. Existenznot zwingt ihn 1936 nach Deutschland zurück, er arbeitet als Gärtner und freischaffend. Ab 1945 ist Reinhold Lingner Hauptamtsleiter für Grünplanung beim Magistrat von Groß-Berlin und verantwortlich für Anlage und Bebauung von Trümmerbergen. Von 1949 bis 1951 arbeitet R. Lingner am Institut für Bauwesen der Deutschen Akademie der Wissenschaften und dort unter anderem an der „Landschaftsdiagnose der DDR“. Er gestaltet die Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde, den Ehrenhain Buchenwald (bei Weimar), das Walter-Ulbricht-Stadion (später „Stadion der Weltjugend“) in Berlin, die Pionierrepublik am Werbellinsee, den Pionierpark Wuhlheide (Berlin), den Kollwitzplatz, den Helmholtzplatz (beides in Berlin) sowie weitere städtische Grünanlagen und er ist von 1958 bis 1961 Chefarchitekt der 1. Internationalen Gartenbauausstellung (iga) in Erfurt. Ab 1961 ist Reinhold Lingner Direktor des Instituts für Gartengestaltung der Humboldt-Universität zu Berlin. Er stirbt am 1. 1. 1968 in Berlin.

Hanns Hopp

am 9. 2. 1890 in Lübeck geboren, studierte Architektur in Karlsruhe und München, arbeitete seit 1913 in Königsberg, schloss sich 1918 der Arbeiterbewegung an. Hopp war Architekt des Stadthauses, des Hauses der Technik, der Mädchengewerbeschule, des Parkhotels und des Rundfunkgebäudes in Königsberg, wobei er sich mehr und mehr dem neuen Bauen mit von Technik und Funktion bestimmter Klarheit zuwandte. Ab 1933 war er von öffentlichen Arbeiten ausgeschlossen. Seine Architekturauffassung tragen auch die Hochhausentwürfe für den Wiederaufbau des Dresdner Stadtzentrums (1946), die jedoch nicht realisiert wurden. Den damaligen Vorstellungen entsprechend bekamen seine weiteren Bauten traditionalistische Züge: Tbc-Heilstätte Bad Berka, Wohnblocks F und G der Stalinallee in Berlin, Kulturhaus Unterwellenborn, Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport Leipzig und mehr. Hopp war ab 1946 Direktor der Kunstschule Giebichenstein, ab 1950 Leiter der Abteilung Hochbau im Ministerium für Aufbau (dort mit Reinhold Lingner verantwortlich für die Umgestaltung des Schlosses und Schlossgartens in Berlin-Niederschönhausen zum Regierungssitz der DDR). Hopp war 1951 Gründungsmitglied der Deutschen Bauakademie, leitete eine der Meisterwerkstätten und war dort verantwortlich für die Grundlagenforschung zur Typenprojektierung von Schulen, Kindereinrichtungen, Kultur- und Krankenhäusern. Hopp war von 1951 bis 1957 Präsident des Bundes deutscher Architekten der DDR, danach Ehrenpräsident. Hanns Hopp starb am 21. 2. 1971 in Berlin.