15. Oktober 2014, 19 Uhr
Architekturvortrag 12

Von Krankfurt nach Mainhattan.
Die Geschichte der Hochhausstadt Frankfurt

Vortrag von Philipp Sturm (Kurator am dt. Architekturmuseum F/M)

Von Krankfurt nach Mainhattan. Die Geschichte der Hochhausstadt Frankfurt Vortrag von Philipp Sturm (Kurator am dt. Architekturmuseum F/M) Frankfurt am Main ist mit 700.000 Einwohnern die kleinste Global City der Welt und besitzt eine besonderheit in Kontinentaleuropa:
eine Skyline. Wie wurde Frankfurt zur Hochhausstadt? Nachdem 1949 die Hoffnung zerschlagen war, Hauptstadt der Bundesrepublik zu werden, setzte die Stadt alles daran, sich als wichtigstes Bankenzentrum zu etablieren. Der damit einhergehende Bauboom und die Grundstücksspekulationen in den 1960er und 1970er Jahren führten zum Frankfurter Häuserkampf — der Begriff «Krankfurt» entstand. Nach einem Paradigmenwechsel ab 1977 scheint die Stadt heute Frieden mit ihren Hochhäusern gefunden zu haben…

Veranstalter Helle Panke e.V. | Rosa-LuxembUrg-Stiftung Berlin

08. Oktober 2014, 19 Uhr
Radio-Feature 14

Das verstimmte Klavier «Roter Oktober».
Ena Tramps Widerstand gegen den rusischen Raubtierkapitalismus

Feature von Antje Leetz (RB 2014)

Wie geht es heute den Linken in Russland? Die Feature-Autorin besuchte in Petersburg die linke Oppositionelle Ena Tramp: 1968 geboren, wusste sie mit 15 Jahren, dass das Märchen von der gerechten sowjetischen Gesellschaft Lüge war. Sie wurde ein Hippie, fuhr per Anhalter durchs Land und schrieb rebellische Erzählungen, mit denen sie die Welt verändern wollte. Als in den 1990er Jahren der Raubtierkapitalismus über Russland hereinbrach, engagierte sie sich als linke Aktivistin. 2003 gründete sie in Petersburg den alternativen Verlag «Neuer kultureller Raum». Ohne die Idee der Gerechtigkeit ist das Leben für sie wertlos: «Man kann mich erschießen, aber ich werde niemals anerkennen, dass der eine Millionen hat und der andere nichts.»

01. Oktober 2014, 19 Uhr
Architekturvortrag 11

Der Fall PRUITT-IGOE.
Zur Sprengung des US-amerikanischen Sozialwohnungsbaus 1972

Vortrag von Sabine Horlitz

Das Bild der Sprengung des Sozialwohnungskomplexes Pruitt-Igoe 1972 in Missouri erfuhr rasante Verbreitung und wurde zum Symbol des Scheiterns der modernen Architektur wie des staatlich geförderten Sozialwohnungsbaus per se stilisiert. Doch weder die gesellschaftspolitischen Entstehungsbedingungen des Sozialwohnungsprojekts noch die kollektiven politischen Aktionen der dortigen Bewohner oder die zahlreichen Umgestaltungsversuche des Wohnkomplexes fanden Eingang in die entsprechenden Debatten. Der Vortrag unternimmt eine kritische Rekonstruktion der Geschichte Pruitt- Igoes und setzt diese in Bezug zur vorherrschenden Interpretation des Scheiterns dieses Projekts.