17. Dezember 2014, 19 Uhr

Zum Jahresausklang
Humorvolle und nachdenkliche Geschichten von Juri Rytchëu

Lesung am Samowar mit Antje und Michael Leetz

Juri Rytchëu (1930–2008) war der erste Schriftsteller seines Volkes, der Tschuktschen, das im äußersten nordosten Sibiriens lebt und nur zwölftausend Menschen zählt. Geboren in einer traditionellen Fellhütte am Polarkreis, hat er sich immer einen wachen und heiteren Blick auf die seltsamen Gebräuche unserer «zivilisierten» Welt bewahrt. In «Alphabet meines Lebens» erzählt er so verschmitzt wie anrührend, was ihm auf seiner Lebensreise widerfuhr. Es lesen Antje Leetz, die Übersetzerin Rytchëus, und Michael Leetz. Neben literarischem Genuss erwartet Sie ein Max-Lingner-Haus in vorweihnachtlicher Stimmung mit Samowar-Tee und Piroggen.

10. Dezember 2014, 19 Uhr

Fritz Behrens und seine rätekommunistische Kritik sozialistischer Reform
Vortrag von Thomas Kuczynski

Fritz Behrens (1909–1980) war der zu seiner Zeit wohl klügste und hellsichtigste DDR-Ökonom. Von der SPD kam er über die SAP 1932 zur KPD und «überwinterte» die NS-Zeit als Statistiker. In der «Tauwetterperiode» Mitte der 1950er Jahre in hohe Regierungsämter berufen, wirkte er für Wirtschaftsreformen, wurde jedoch 1957 als «Revisionist» gebrandmarkt und verlor alle seine Ämter. Mitte der 60er Jahre trat er wieder mit Kritik an der politischen Ökonomie des Sozialismus hervor. Krankheit, Invalidisierung und Emeritierung «retteten» ihn vor erneuten Verfahren. Nach 1969 schrieb er mehrere Kritiken des «staatsmonopolistischen Sozialismus», in denen er aber auch die Ansätze von Havemann, Bahro und des Prager Frühlings einer rätekommunistischen Kritik unterzog.

Veranstalter Helle Panke e.V. | Rosa-LuxembUrg-Stiftung Berlin