14. Oktober 2015, 19 Uhr

«Die letzten Tage von …»
Experimente einer proletarisch-revolutionären Literatur 1931

Buchvorstellung mit den beiden Verlegern Thomas Möbius und Gaston Isoz sowie dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dieter Schiller

Unter dem Pseudonym K. Olectiv veröffentlichte Die Rote Fahne 1931 einen Fortsetzungsroman von Jürgen Kuczynski und Emanuel Bruck. Für beide war dieses Unternehmen ein Experiment, das ­Tagespolitik mit Unterhaltung und Agitation verband. Die beiden ­Herausgeber der Neuauflage rekonstruieren die wenig bekannten Lebensstationen des proletarisch-revolutionären Schriftstellers Bruck. Zu dritt diskutieren sie die Möglichkeiten engagierter literarischer Kunstformen.

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

7. Oktober 2015, 19 Uhr

Kästners Berlin. Literarische Schauplätze
Lichtbildvortrag von Michael Bienert

«Im Osten residiert das Verbrechen, im Zentrum die Gaunerei, im Norden das Elend, im Westen die Unzucht, und in allen Himmelsrichtungen wohnt der Untergang», heißt es in Erich Kästners Fabian-Roman von 1931 über Berlin. Der Literaturwissenschaftler und ­Publizist Michael Bienert hat sich an die Fersen von Kästners Romanfiguren geheftet und viel Unbekanntes entdeckt, etwa die erste ­Berliner Wohnadresse Kästners in Berlin-Kreuzberg oder ein Foto im Nachlass, das die Verbrennung seiner Bücher im Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz aus ungewöhnlicher Perspektive zeigt. Von den literarischen Schauplätzen ausgehend werden der Alltag und die ­Arbeitsweise eines linksbürgerlichen Autors beleuchtet, der in der Medienwelt des frühen 20. Jahrhunderts an die Tradition der Berliner Aufklärung anknüpfte.

30. September 2015, 19 Uhr

Architektenleben
Harry Mehner im Gespräch mit Prof. Dr. Ludwig Deiters (Architekt und Denkmalpfleger)

«Mit meiner Berufung zum Konservator war ich im Grunde genommen ein Seiteneinsteiger». So charakterisiert der 1921 geborene Ludwig Deiters, langjähriger Generalkonservator und Direktor des Instituts für Denkmalpflege der DDR, den Anfang seiner Berufslaufbahn in der Denkmalpflege (1957–1986). Zu den Verdiensten ­Deiters gehörte die Integration von Architekten und Kunstwissenschaftlern sowie Restauratoren in das Institut und seine regionalen Arbeitsstellen, das sich mit den Forschungen zum Denkmalbestand und seiner hohen praktischen Kompetenz zu einer wirksamen Denkmalbehörde entwickelte. Auch nach seinem Eintritt ins Rentenalter blieb er—nun freiberuflich—als Architekt und Sachverständiger der Denkmalpflege verbunden. Noch sind seine Erinnerungen unveröffentlicht. Das Gespräch gibt erste Einblicke.