18. November 2015, 19 Uhr
Architekturvortrag 15

Zwischen Karriere, Kunstbetrieb Und Ausgrenzung.
Bildende Künstler im Nationalsozialismus

Vortrag mit Buchvorstellung von Prof. Dr. Wolfgang Ruppert (Universität der Künste Berlin)

Jahrzehntelang wurde die künstlerische Arbeit während des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik auf die Pole von «Entarteter» und «Nazi-Kunst» reduziert. Dagegen zeigt das neue Buch Künstler im Nationalsozialismus. Die ‹deutsche Kunst›, die Kunstpolitik und die Berliner Kunsthochschule, herausgegeben vom Vortragenden, ein vielschichtiges Bild für den Kunstbetrieb in Deutschland, trotz der Kontrolle durch die Reichskammer der bildenden Künste. Um die Vision­ der «Deutschen Kunst» zu realisieren, wurden freiere künstlerische Sprachen mit den Mitteln der Kunstpolitik und der ­Säuberungen an den Rand gedrängt. «Nichtarische» Künstler unterlagen der ­Ausgrenzung, Verfolgung bis hin zur Ermordung. Der Vortrag stellt die Handlungsspielräume der Künstler in den Mittelpunkt.

11. November 2015, 19 Uhr
Architekturvortrag 15

Das Haus mit tausend Fenstern.
Wohnanlagen in Moskau, Novosibirsk und Čeljabinsk

Vortrag von Dr. Wladislaw Hedeler

Jurij Trifonov hat den Gebäudekomplex, das «riesige graue Haus mit tausend Fenstern, das wie eine ganze Stadt oder gar wie ein ganzes Land war» in seinem Roman Das Haus an der Uferstraße ­beschrieben. Er wohnte mit seinen Eltern in einem der von Boris M. Iofan entwor­fenen Wohnhäuser, die über ein eigenes Heizkraftwerk, ein Ambulatorium, eine Telefonzentrale, eine Tennishalle, einen ­Kindergarten, eine Wäscherei und das Kino Udarnik verfügten. ­Der Komplex ­umfaßte 500.000 Kubikmeter umbauten Raum auf einem etwa ­3 ha großen Grundstück. In den Häusern mit den 25 Aufgängen gab es 505 Wohnungen. 1932 wohnten hier 2.745 Menschen. Vergleichbare Elitehäuser entstanden auch in der Provinz. Wladislaw ­Hedeler stellt drei dieser Wohnanlagen und ihre Bewohner vor.

4. November 2015, 19 Uhr

«Der liebe Unhold. Autobiographisches Zeitportrait von 1900 bis 1939»
Von René Halkett (1900–1983)
Vortrag mit Buchvorstellung von Thomas B. Schumann (Köln)

Halkett, aus thüringisch-sächsischem Adel stammend, hatte ein ­bewegtes Leben: Kadett im Ersten Weltkrieg, Wandervogel, Loheland-Tänzer, Freikorpskämpfer, KPD-Sympathisant, Student am ­Weimarer Bauhaus, Mitarbeiter von Piscators Roter Bühne in Berlin, Segelflugpionier in Ostpreußen, Maler in der Rhön, Journalist für die Frankfurter Zeitung, Emigrant auf Ibiza und in Großbritannien. Exil-Forscher, Autor und Verleger Thomas B. Schumann hat die 1939 in London erschienene Autobiographie — ein Sebastian Haffners ­Geschichte eines Deutschen verwandtes Buch — 2011 auf Deutsch herausgebracht.