25. Mai 2016, 19 Uhr

Das Kinderheim in der Königsheide — baugeschichtliche Spurensuche
Ein Vortrag von Anne Becker und Monika Sachajska

Das ehemalige Kinderheim Königsheide im Berliner Bezirk Treptow­ Köpenick ist ein bedeutendes Zeugnis der Architektur­ und Freiraumgestaltung der frühen DDR. Im Wald­arial der Königsheide gelegen, war es die größte soziale Kindereinrichtung im deutsch­sprachigen Raum. Die Autorinnen der «Blauen Hefte», einer Publi­kationsreihe zur Geschichte der Königsheide, berichten von ihren Recherchen und stellen anhand von Bildern und Dokumenten den Werdegang der Planung und des Baus sowie die damit verbun­denen politischen Auseinandersetzungen dar.

18. Mai 2016, 19 Uhr

Westemigranten in der DDR 3
Zwischen Misstrauen und Wertschätzung:
England-Remigranten in der SBZ/DDR

Vortrag von Bernd­-Rainer Barth

KPD-­Mitglieder bildeten ab 1939 die größte Gruppe innerhalb des deutschen Exils in Großbritannien. Ihr späterer Einfluss und ihre Wertschätzung in der DDR standen im scharfen Kontrast zum anfänglichen Misstrauen. Die wenig bekannte Geschichte des KPD­-Exils in England und die damaligen gruppeninternen Konflikte sind die Folie zum Verständnis der «Säuberung» von England­-Remi­granten 1949–1955. Am Beispiel Betroffener (Jürgen Kuczynski, Wilhelm Koenen, John Heartfield, Hans Schrecker u.a.) werden Aspekte der «Säuberungspraxis» konkretisiert. Die jüdische Herkunft vieler England­-Remigranten und ihr Kampf in alliierten Armeen waren Ansatzpunkte für Verdachtsphantasien mit fatalen Folgen.

11. Mai 2016, 19 Uhr

Konrad Wolfs Kriegstagebuch und Briefe
Gespräch mit dem Herausgeber Paul Werner Wagner

Der Filmregisseur Konrad Wolf (1925–1982) hat ein außer­gewöhnliches Dokument hinterlassen: sein Kriegstagebuch in russischer Sprache. Die engbeschriebenen Notizbücher blieben unversehrt und vermitteln ungewöhnliche Einblicke in Erleben, Denken und Fühlen ihres Verfassers. Ihr Reiz liegt in der Unbe­kümmertheit des sehr jungen Schreibers und der Wahrhaftigkeit des Erlebten im harten Kriegsalltag zwischen Schlachtenlärm und Zeiten der Stille, in denen der Tod allgegenwärtig ist. Der Krieg beschleu­nigt den Prozess des Erwachsenwerdens des Jugendlichen, der sich auf die Suche nach sich selbst macht.

in Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin