21. Dezember 2016, 19 Uhr

Zum Jahresausklang: Sto Gramm. Das Wodkabuch
Lesung am Samowar mit Antje und Michael Leetz

Wodka bereitet nicht nur Vergnügen, sondern schärft auch den Verstand. Hat man allerdings zu tief ins Glas geguckt, kann der gewonnene Scharfsinn leicht wieder verloren gehen. Der legendäre Iwan Wodkin weiht uns in seinem Kultbuch «Sto Gramm» in die Geheimnisse des russischen Nationalgetränks ein. Warum schnipst sich ein Russe an den Hals, wenn er trinken will? Was haben orthodoxe Popen mit dem heiligen Wässerchen zu tun? Alles, was Sie schon immer über Wodka wissen wollten, aber nie zu fragen wagten, erfahren Sie an diesem Abend mit Tee und Piroggen. Also: Uwidimsja pod stolom!— Wir sehen uns unterm Tisch wieder!

14. Dezember 2016, 19 Uhr

An der Nahtstelle zwischen Pariser Kunstkreisen und dem Deutschen Künstlerexil. Max Lingner im Kontext der 1930/40er Jahre
Vortrag von Hélène Roussel (Maître de conférences, Univ. Paris VIII)

Wie auch einige andere deutsche bildende Künstler (z.B. Otto Freundlich und Max Ernst) kam Max Lingner bereits in den 1920er Jahren nach Frankreich, also freiwillig und nicht als Exilant. Dennoch identifizierte er sich in den 1930er Jahren mit den deutschsprachigen Emigranten und erlitt seit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bis zu dessen Ende in Frankreich das gleiche Schicksal wie sie. Der Vortrag der Pariser Germanistin untersucht Aspekte von Max Lingners Schaffen und seiner spezifischen Situation in diesen Jahren, die sich zwischen der zur Integration in Frankreich tendierenden Akkulturation und einer Teilnahme an den antinazistischen Aktivitäten exilierter Künstler bewegt.

30. November 2016, 19 Uhr

Zeichnen im Zeichen der Zeit. Max Lingner als Pressezeichner in Frankreich.
Vortrag von Martin Groh

In den 1930er Jahren arbeitete Max Lingner hauptsächlich als Pressezeichner und Umbruchredakteur für große französische Zeitungen. War er bis 1935 ausschließlich für die Wochenzeitung Monde von Henri Barbusse tätig, zeichnete er in den Jahren bis zum Krieg v.a. für die Tageszeitung l’Humanité und für andere Presseorgane der kommunistischen Bewegung Frankreichs, wie Regards und l‘Avant­Garde. Schon in seinem Frühwerk lässt sich sein Interesse für das Zeichnen und Illustrieren nachweisen, aber im Zenit seines künstlerischen Schaffens wurde Lingner mit seinem Tuschestift als Werkzeug zu einem der wichtigsten Beobachter und Dokumentaristen des Frankreichs der Volksfrontregierung und der aufstrebenden Bevölkerungsschichten aus den Pariser Banlieues.