26. April 2017, 19 Uhr

Heimkehr in ein kaltes Land. Anna Seghers in Berlin 1947–1952
Buchlesung mit Dr. Monika Melchert

Die 14 Jahre Exil in Paris und Mexiko waren für Anna Seghers eine entscheidende Phase ihres Lebens, in der große Teile ihres Hauptwerks entstanden. 1935 hielt sie auf dem I. Internationalen Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur in Paris ihre vielbeachtete Rede «Vaterlandsliebe», in der sie den Nationalsozialisten das Recht absprach, die Begriffe Heimat und Vaterland für sich zu reklamieren. Nach dem Krieg war ihr ganzes Trachten auf Heimkehr nach Deutschland gerichtet. Doch sie kam 1947 nicht nur in ein zerstörtes, sondern auch in ein ihr fremdes Land zurück, ins «Volk der kalten Herzen». Monika Melchert liest aus ihrem Buch über Anna Seghers.

Folgende Veranstaltung entfällt leider wegen Krankheit:

19. April 2017, 19 Uhr

Die politische Konfrontation der Künste in Europa 1929–1939
Vortrag von Prof. Dr. Otto Karl Werckmeister

Während der Weltwirtschaftskrise wurden die Künste politisiert wie nie zuvor. Die Sowjetunion, Deutschland und Italien sowie Frankreich und Spanien verfingen sich in einem dreifachen politischen Konflikt zwischen Demokratie, Faschismus und Kommunismus, ein Konflikt, der die Gesamtheit ihrer ökonomischen, sozialen und politischen Systeme betraf, den die Weltwirtschaftskrise verschärfte, und der schließlich im Zweiten Weltkrieg entschieden wurde. Im Verlauf dieses beschleunigten historischen Prozesses wurden Kunstideologien mit doktrinärer Unnachgiebigkeit behauptet, in antagonistischen Kulturpolitiken durchgesetzt und veränderten politischen Bedingungen angepasst. Man kann hier von einer politischen Konfrontation der Künste sprechen.

Max Lingner

Max Lingner, Illustration in La Vie Ouvrière vom 20. Januar 1938, S.1

Das aktuelle Veranstaltungsprogramm hier als PDF

Vorschau Ausstellung

14. März – 17. Mai 2020

Max Lingner. À la recherche du temps présent
Eine Ausstellung der Max-Lingner-Stiftung
im Musée de l’Histoire vivante Montreuil (Seine Saint-Denis)

«Der Darsteller des Pariser Arbeiters konnte Lingner nur werden, weil er ein maître de la réalité ist, Wirklichkeitsbeobachter, Wirklichkeitsfanatiker, versessen darauf, festzuhalten, was ist. Das gibt auch seinen Bildern den Halt, sie sind gestaltetes Leben, sie haben Elan ohne falsches Pathos.» (Paul Westheim, 1939 in der Pariser Tageszeitung anlässlich einer Ausstellung Lingners in der Pariser Galerie Billiet)

Die Max-Lingner-Stiftung freut sich, erstmals seit 1984 Werke Lingners in einer Einzelausstellung in Frankreich zeigen zu können!

Basierend auf der in Kooperation mit dem Centre Marc Bloch konzipierten gleichnamigen Ausstellung wird die Schau für das Museum in Montreuil um eine größere Anzahl von Pressezeichnungen/Originalzeitungen aus den Beständen des Museums erweitert. Sie erinnert an die produktive und bewegte Zeit, die Lingner in Frankreich verbrachte (1928–1949), zeigt seine Involviertheit als zeichnerischer Chronist des Front Populaire in den 1930er Jahren und macht Verbindungen zwischen seiner Arbeit in Paris und nach der Rückkehr in Ost-Berlin kenntlich.