29. November 2017, 19 Uhr

Das geteilte Leben des Gerhard Scheumann
Lesung und Gespräch mit Therese Hörnigk

Die Biografie Gerhard Scheumanns ist das letzte Buch des Berliner Germanisten Frank Hörnigk (1944–2016). Seine Veröffentlichung konnte er nicht mehr erleben. Therese Hörnigk stellt das Buch ihres Mannes vor, das nun im Verlag für Berlin-Brandenburg erschien. Gerhard Scheumann (1930–1998) ist einer der herausragendsten Vertreter des internationalen Dokumentarfilms. Er schrieb Mediengeschichte: seit Anfang der 1960er Jahre als Erfinder des ersten politischen Zeit-Magazins PRISMA beim Deutschen Fernsehfunk, danach mit Walter Heynowski als Filmdokumentarist an den Brennpunkten des Kalten Krieges und der «heißen» Kriege in Afrika, Asien und Lateinamerika. Nach 1989 gehörte er zu den prominentesten und umstrittensten ostdeutschen Intellektuellen.

22. November 2017, 19 Uhr

Bauen in Berlin-Ost und -West
Fronten und Übergänge im Kalten Krieg

Vortrag von Dr. Ulrich Hartung und Dr. Roman Hillmann

Die Frontstellung der beiden Stadthälften während der Teilung rückt aktuell verstärkt in den Fokus. Abgrenzung und Verbindung standen im Wechselspiel. Es gilt, die Baukultur der Nachkriegsjahre auszuloten. Die Bandbreite der Bauleistungen beim Wiederaufbau und beim Neubau wurde erst in Ansätzen erkannt. Wie steht es mit Bauten des Alltags, von Lückenwohngebäuden bis zu Sport- und Kulturbauten? Welche Konzepte reagierten aufeinander, welche grenzten sich ab? Welche Künstler (B. Heiliger, W. Frankenstein), Architekten (F. Hinssen, H. Scharoun) und Architekturkritiker (B. Flierl) wechselten zwischen den Stadthälften? Es geht also auch um Gemeinsamkeiten im Unterschiedlichen, die in der Rückschau erkennbar werden.

8. November 2017, 19 Uhr

Blauer Himmel ohne Sonne.
Die Welt von morgen in Eugen Ruges Roman Follower

Rainer Land im Gespräch mit dem Autor

Eugen Ruge lässt in seinem neuen Roman die Familiengeschichte aus In Zeiten des abnehmenden Lichts von einem fiktiven Enkel weitererzählen. China 2055: Unter dem künstlichen Himmelsblau von HTUA-China ist ein Mann unterwegs, um die neueste Geschäftsidee seiner Firma zu vermarkten: true barefoot running heißt das identitätsstiftende Produkt. Nio Schulz, 39, schwimmt im Strom unaufhörlicher Informationen, er lebt in der Welt des Big Data, des Tofu-Eisbeins und Invitro-Steaks, der technischen Selbstoptimierung … Nio will den Fortschritt. Er kämpft darum, auf der Höhe der Zeit zu bleiben. @dpa meldet den Tod seines kapitalismuskritischen Großvaters, er war ein bekannter Schriftsteller, Eigenbrötler und Fortschrittsfeind.

In Kooperation mit der Zeitschrift Berliner Debatte. Initial

1. November 2017, 19 Uhr

Luther bei Marx und Engels
Friedrich Dieckmann liest aus seinem Buch Luther im Spiegel

Der Spiegel, in dem Martin Luther in Friedrich Dieckmanns Buch Luther im Spiegel erscheint, ist ein zehnfacher: Werke und Briefe von zehn deutschen Schriftstellern und Philosophen — Lessing, Goethe, Schiller, Hegel, Schopenhauer, Heine, Marx, Engels, Nietzsche und Thomas Mann. Ein jeder dieser Spiegel wirft ein facettenreiches Bild des Reformators zurück, gemischt aus Bewunderung und Kritik, die sich im lebendigen Bezug auf die eigene Zeit artikulieren. So auch bei Karl Marx, der Luther den «ältesten deutschen Nationalökonomen» nannte. War Luther gar ein untergründiger Ahnherr des real existierenden Staatssozialismus?