25. April 2018, 19 Uhr

Architekturvortrag 22
Vyborg: Finnisch-sowjetisches Palimpsest
Vortrag von Ksenija Litvinenko (St. Petersburg/Prag), in Englisch

Die Geschichte der sowjetischen Architektur wird zumeist los­gelöst von der übrigen Welt betrachtet. Dem stellt der Vortrag eine ­trans­nationale und systemübergreifende Analyse gegenüber — fokussiert auf die Wechselwirkung von sowjetischen und finnischen Architekten bei der Entwicklung Vyborgs, der einst finnischen Stadt Viipuri, die nach dem Zweiten Weltkrieg der Sowjetunion ange­gliedert wurde. Im Zentrum steht die Geschichte der Bibliothek von Alvar Aalto (1927–1935), die in den Kriegen zerstört, in den 1950–60er Jahren «sowjetisch» rekonstruiert und vor kurzem in russisch-finnischer Zusammenarbeit restauriert wurde.
In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

18. April 2018, 19 Uhr

Von Berlin nach Haifa und zurück.
Die Malerin Beatrice Zweig (1892–1971)

Vortrag von Dr. Chana Schütz (Stiftung Neue Synagoge Centrum Judaicum)

Das Museum Pankow widmete der Berliner Künstlerin 2017 eine umfassende Ausstellung, vor allem mit Landschaftsbildern, viele mit dem Blick auf das Mittelmeer und die Küste von Palästina, meist vom Karmel aus, einem Höhenzug vor der Hafenstadt Haifa, wo Beatrice und ihr Mann Arnold Zweig von 1934 bis 1948 lebten. Nach der Rückkehr nach Berlin blieben Meer und Küste, Gebirge, Bäume, Blumen und Gärten ihre künstlerischen Themen. Vor allem ihr eigener Garten in der Homeyerstraße 13 wurde für Beatrice Zweig zum ­Refu­gium wie zur künstlerischen Quelle ihrer Malerei. Von Berlin nach Haifa und zurück — der Weg einer Berliner Jüdin, einer Malerin und einer Zeugin für das Drama des 20. Jahrhunderts.

11. April 2018, 19 Uhr

Architekturvortrag 21
Жемчуг|Perle. Objektbiografie eines Experimentalbaus der Sowjetmoderne
Vortrag und Film von Vera Heinemann (Bauhaus-Universität Weimar)

Das Жемчуг wird 1972 im damals sowjetischen Taschkent als Wohn­experiment geplant und erst 1985 fertiggestellt. Die Pläne für den Bau sind heute verschwunden, wie auch die Substanz des Gebäudes unter seinen Transformationen nach und nach ver­schwin­det. Welche Werte dem bisher kaum erforschten Gebäude dennoch verbleiben und welch utopisches Denken in dieser Zwischenrealität freigesetzt wird, zeigen die Recherchen der Autorin. Sie können einen Anstoß zu einer Debatte über den Denkmalwert des Objektes geben.