21. November 2018, 19 Uhr

Die Berliner Universitätsphilosophie im 20. Jahrhundert: Kontinuität in Umbrüchen
Vortrag von Prof. Dr. Hans-Christoph Rauh

Die Geschichte der Berliner Universitätsphilosophie (von Eduard Spranger «Berliner Geist» genannt) wird während dreier radikaler ­politischer Umbrüche in den Blick genommen: 1933/36, 1945/48 und 1989/95. Worin stimmen diese mehrfachen Eingriffe, Abwicklungen und Neugründungen möglicherweise strukturell, personell und sogar vereinzelt thematisch überein, worin unterscheiden sie sich aber trotzdem grundsätzlich und wohin führten sie jeweils in philosophischer Hinsicht?—Zumeist trotz aller wiederholt anfänglich deklarierten «Erneuerung» letztlich stets zurück zur philosophischen Konti­nuität und Tradition.

14. November 2018, 19 Uhr

Architekturvortrag 24
Die immer Neue Altstadt —
Ein kritischer Blick auf den Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt

Vortrag von Philipp Sturm (Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main)

Die Altstadt von Frankfurt am Main ist reich an Geschichte der Architektur und deren politischer Instrumentalisierung für Identität und ­Tradition. Ende des 19. Jahrhunderts begann mit dem Einzug der ­Moderne der bis heute andauernde architektonische und städtebau­liche Wandlungsprozess — stets begleitet durch kontroverse Debatten. Nach ihrer Zerstörung 1944 entbrannte in der Nachkriegszeit ein heftiger Rekonstruktionsstreit. In den 1950er Jahren entstanden moderne Bauten und 1974 das Technische Rathaus. Mit dem Abrissurteil für das Technische Rathaus setzte 2005 eine neue hoch politisierte Kontroverse ein …

7. November 2018, 19 Uhr

Rudolf Schottlaender: Deutschsein fünfmal anders. Erinnerungen eines Unangepassten
Lesung und Gespräch mit Dr. Irene Selle und Moritz Reininghaus, den Herausgebern der Autobiografie (Berlin 2017)

Rudolf Schottlaender (1900–1988) resümiert sein ebenso wechselvolles wie standhaftes Leben von den «deutschjüdischen Anfängen im Kaiserreich» über die Weimarer Zeit, die rassische Verfolgung in der Nazizeit, die ihm widerfahrenen Zumutungen des Kalten Krieges in Ost und West bis hin zu den produktiven Jahren in der DDR. Dort war der Philosoph, Altphilologe und Übersetzer jedoch «nur halb willkommen», wurde sicherheitspolizeilich überwacht und entwickelte sich durch seine couragierte Haltung zum Inspirator oppositioneller ­Kreise. Philosophisch von der Stoa, Spinoza und Goethe geprägt, aber auch seinen Zeitgenossen Günther Anders und Hannah Arendt verbunden, verschaffte er seiner kritischen Stimme grenzüberschreitend Gehör. Sein auf Vermittlung, Toleranz und Gerechtigkeit ausgerichtetes Denken ist von überraschender Aktualität.