27. November 2019, 19 Uhr

Baubezogene Kunst.
DDR: Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990

Vortrag von Martin Maleschka (Cottbus)

Zu den kulturellen Hinterlassenschaften der DDR gehört eine bemer­kenswert große Anzahl an Kunstwerken im öffentlichen Raum. Heute sind viele dieser Arbeiten akut von der Zerstörung bedroht. Der Cottbusser Architekt und Fotograf Martin Maleschka hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese gefährdete Kunstgattung dokumentarisch zu erfassen. Über die Jahre hat er die derzeit umfangreichste Bild-Dokumentation von architekturbezogener Kunst der DDR aufgebaut. Daraus ist die 2019 als Architekturführer kon­zipierte Publikation entstanden. Maleschka hat dafür 120 Kunstwerke zwischen Ostsee und Erzgebirge ausgewählt und in einen architekturhistorischen Kontext eingebettet.

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

13. November 2019, 19 Uhr

Planlose Denkmalpflege?
Die Bedeutung der «Vertrauensmänner» für die Denkmalpflege in der DDR

Vortrag von Franziska Klemstein (TU Berlin)

Für die DDR-Denkmalpflege der 1950er Jahre wird häufig eine gewisse Planlosigkeit konstatiert. Dass es dennoch eine wirksame institutionelle Denkmalpflege in der DDR gab, lag u.a. in den vielfältigen persönlichen Netzwerken begründet. Weitestgehend unabhängig von politischen Entscheidungen, sorgten ehrenamtliche Denkmalpfleger, die den Arbeitsstellen des Instituts für Denkmalpflege als «Vertrauensmänner» zugeordnet waren, für Stabilität. Auf den Spuren von Käthe Rieck zeigt der Vortrag die Arbeit und Bedeutung dieser Vertrauensleute für Denkmalpflege auf.

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

6. November 2019, 19 Uhr

Kandinskys «Bilder-Atlas» für seinen Unterricht am Bauhaus
Vortrag von Dr. Angelika Weißbach

Wassily Kandinsky war elf Jahre als Lehrer am Bauhaus tätig. In Weimar leitete er von 1922 bis 1925 die Werkstatt für Wandmalerei und unterrichtete in der Grundlehre. In Dessau konzentrierte er sich zunächst auf das 1. Semester und bot ab Sommer 1928 zusätzlich eine freie Malklasse sowie ein Seminar in der Hauptlehre an. Dass ein wichtiger Bestandteil dieses Seminars ein «Bilder-Atlas» war, den sich Kandinsky aus zufällig gefundenen Fotos und Abbildungen zusammengestellt hatte, konnte Angelika Weißbach im Rahmen ihrer Forschungen nachweisen.