alt

Entwurf Ansicht Terrassenseite

alt

Reinhold Lingners Entwurf
Plan: IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen

alt

Entwurf Hanns Hopp – Überblick Siedlung

Das Max-Lingner-Haus
ist Teil der 1950/51 erbauten später nach Erich Weinert benannten Siedlung in Berlin-Niederschönhausen (Ortsteil von Pankow). Hier sollten vorwiegend aus dem Exil heimgekehrte Künstler, Wissenschaftler und Publizisten nach damaligen Vorstellungen großzügige Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten bekommen. Dazu entwarf der Architekt Hanns Hopp vier Haustypen. Das Haus für Max Lingner beruht auf dem Typ I und wurde um ein Atelier mit drei nach Nordosten weisenden Fenstern erweitert. Der teils unterkellerte Bau wurde auf einem angeschütteten Terrain errichtet, beherbergt im Erdgeschoss einen Klubraum, von dem aus durch eine Schiebetür das etwa 32 qm große Arbeits- und Esszimmer zugänglich ist, außerdem Garderobe, Küche, Gästetoilette und das sogenannte Kleine Atelier. Im Obergeschoss befinden sich ein größeres und drei kleinere Zimmer sowie ein Bad. Die Dachschrägen wurden teilweise für Einbauschränke und Abstellmöglichkeiten, sogenannte Kofferkammern, genutzt.

Der Garten
wurde vom Gartenarchitekten Reinhold Lingner (keine Verwandtschaft mit Max!) gestaltet, der auch für die Standortwahl der Siedlung am Rand der Schönholzer Heide verantwortlich zeichnete. Der von der Rückwand des Hauses, des Ateliers und der Garage gebildete etwa 86 qm große Patio wurde von R. Lingner in die Gestaltung einbezogen. Die Bepflanzung, der Baumbestand, die Umfassung des Patio mit Schilfmatten und der die Höhenunterschiede der Anschüttung einbeziehende Weg um die Gebäude sollten zwischen mediterraner Atmosphäre und märkischer Landschaft vermitteln, eine der wenigen Ideen, die aus dem eigenen Hausentwurf Max Lingners, der ja mehr als zwanzig Jahre in Frankreich gelebt hatte, übernommen worden war. Weder die von Liv Falkenberg für den Patio entworfenen Möbel (Tisch, Stühle, Beistelltisch, Bank) noch die von Hedwig Bollhagen für die Bepflanzung hergestellten Keramikgefäße sind erhalten.

Die Siedlung
lehnt sich in ihrer Gestaltung durch Hanns Hopp an die damals bestehende Struktur von Einfamilienhäusern der 20er und 30er Jahre an. Bauherr der 22 Einzelhäuser war die Heimstätte Berlin. An den Eckgrundstücken wurden die Atelierbauten für Theo Balden, Ruthild Hahne, Max Lingner (zur Heinrich-Mann-Straße), Fritz Duda, Herbert Sandberg und Heinrich Ehmsen (zur Homeyerstraße) errichtet, dazwischen die Typenbauten für Erich Weinert, KuBa, Eduard Winter, Walter Neye, Willi Bredel, Hans Robert Bortfeldt, Henryk Keisch, Jeanne und Kurt Stern, Irmgard und Heinz Litten, Friedrich Kühne, Karl Hagemann, Heinz Kamnitzer, Bruno Kaiser, Klaus Wittkugel (ursprünglich für Michael Tschesno-Hell), Walther Victor sowie Willi Felix. Reinhold Lingner gestaltete die Gärten für Duda, Sandberg, Ehmsen und Max Lingner.