Max Lingner, «Reigentanz» III, 1957/58, Pinsel in Deckfarben (Ausschnitt aus Skizze/)

Max Lingner, «Reigentanz» III, 1957/58, Pinsel in Deckfarben
(Ausschnitt aus Skizze/)

Rückblick – 2013

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Mittwoch, 20. Februar 2013, 19.30 Uhr
Radio-Feature 8

«Unterschreiben Sie die Petition gegen mich» — Pasternak und die Schwierigkeiten mit dem Weltruhm
Ein Feature von Antje Leetz

«Ich war gerade in Stockholm, als das Nobelpreis-Gewitter losbrach. Ich sah in den Zeitungen nur einen Namen: Pasternak.», schreibt Ilja Ehrenburg. 2009 ging durch die Medien eine «Sensation»: Die CIA war maßgeblich an der Entscheidung beteiligt, Pasternak 1958 den Nobelpreis zu verleihen. Mitten in der liberalen «Tauwetterzeit»— und gleichsam als ihr abruptes Ende—begann eine Hetzkampagne gegen den Schriftsteller. Seine Kollegen wurden gezwungen, sich öffentlich von ihm zu distanzieren. Einige wenige widerstanden, unter anderem Ehrenburg. Crušcev hat diese Kampagne später bedauert. Pasternaks Sohn Jewgenij erzählt als einer der letzten Augenzeugen von den politischen Auseinandersetzungen um seinen Vater.

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Mittwoch, 6. März 2013, 19.30 Uhr

Eine Zitterpartie
Lesung mit Stefan Berg

Stefan Berg war Teil der Leistungselite: dynamisch, männlich, erfolgreich. 2008 dann der Schock: «Morbus Parkinson». Er lächelte über die Diagnose, Parkinson, das klang für ihn nach Altenheim und Rollator: Bis ihn die Krankheit einholt: im Supermarkt, beim Zubinden der Schuhe, mitten im Gespräch. In ZITTERPARTIE erzählt Stefan Berg die Geschichte eines Mannes, dessen Leben durch die Krankheit durcheinandergerät, und von einer Frau, die ihm dabei begegnet. Mutig, zart, kämpferisch erzählt er vom neuen Leben mit der Krankheit. Von den schrägen Blicken der anderen, vom Fremdwerden im eigenen Körper und vom ungebrochenen Lebenswillen zweier Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen. Stefan Berg (geb.1964 in Ost-Berlin) ist Journalist beim Spiegel. Seine Erzählung erscheint im Februar 2013 im Suhrkamp Verlag Berlin.

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Mittwoch, 27. März 2013, 19.30 Uhr
Film 3

Catastroika: Privatization goes Public
(Aris Chatzistefanou und Katerina Kitidi, GR 2012, 87 min, OmU)

Am 26. April 2012 hatte ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm aus Griechenland seine Premiere, weltweit, im Internet: «Catastroika». Der Film beschäftigt sich nicht nur mit den katastrophalen Folgen der griechischen Schuldenkrise im Geburtsland der Demokratie selbst, sondern er untersucht deren globale Ursachen. Er spannt den Bogen von der Privatisierung des Staatseigentums durch die Treuhandgesellschaft in der früheren DDR bis zum Spardiktat der Troika in Athen. Es kommen Spezialisten und Systemkritiker aus der ganzen Welt zu Wort: Naomi Klein, Kenn Loach, Boris Kagralitzki, Slavoj Žižek u.a. Die Catastroika findet nicht nur in Griechenland statt, sie ist global: privatization goes public.

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Mittwoch, 10. April 2013, 19.30 Uhr
Radio-Feature 9

Endstation Exil. Warum Lion Feuchtwanger nicht nach Deutschland zurückkehrte
Feature von Renate Beckmann

Im Oktober 1945 ruft die große amerikanische Nachrichtenagentur «Associated Press» aus New York bei Lion Feuchtwanger im kalifornischen Pacific Palisades an. Er soll nach Deutschland reisen, um exklusiv vom Kriegsverbrecherprozess in Nürnberg zu berichten. Feuchtwanger lehnt ab. Er befürchtet, die amerikanischen Behörden könnten ihm die Wiedereinreise in die USA verweigern, denn dem FBI gilt Feuchtwanger als Kommunist und Feind Amerikas. Er steht unter Beobachtung. Sein Antrag auf Einbürgerung wird Jahr um Jahr hinausgezögert. Er erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft einen Tag nach seinem Tod am 21. Dezember 1958. Deutschland hat er nie wieder gesehen.

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Mittwoch, 24. April 2013, 19.30 Uhr
Architekturvortrag 8

Endstation Exil. Warum Lion Feuchtwanger nicht nach Deutschland zurückkehrte
Vortrag von Wolfgang Kil

Artek am Südufer der Halbinsel Krim war nicht nur das größte Pionierlager der Sowjetunion, sondern berühmt wegen seiner maritimen, fein gegliederten Architektur (Bauzeit 1957–1969). Die fünf würfelförmigen Wohnpavillons, die an der Uferpromenade zum Strand hinausragen, wurden zu Ikonen der sowjetischen Nachkriegsmoderne. Mit seinem Artek-Baukasten hatte Hauptarchitekt Anatolij Poljanskij das industrielle Bauen vorangetrieben und vor allem dem hoffnungsvollen Geist der von Nikita Crušcev eingeleiteten «Tauwetterperiode» ästhetischen Ausdruck gegeben. In den Zeiten der Stagnation stand wieder das straff organisierte Freizeitleben im Vordergrund. Doch das «moderne Artek» ist Geschichte. Ab 2004 wurde der Komplex umgebaut und völlig überformt.

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Sonnabend, 27. April 2013, ab 16 Uhr

Frühlingsfest und Buchpremiere

Nach der Sanierung des Max-Lingner-Hauses konnte nun mit Unterstützung des Landesdenkmalamtes Berlin auch die von Reinhold Lingner gestalteten Freiflächen denkmalgerecht erneuert werden. Aus Anlass der Fertigstellung feiern wir mit den beteiligten Planern, den Förderern, Nachbarn und den FreundInnen der Max-Lingner-Stiftung. Zugleich soll an diesem Tag die neue, im Lukas Verlag Berlin erschienene Publikation «Max Lingner. Das Spätwerk 1949–1959» vorgestellt werden. Sie enthält eine ausführliche Chronik dieser Jahre, reich bebilderte Aufsätze zum Werk Lingners sowie einen Dokumentenanhang.

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Mittwoch, 15. Mai, 19.30 Uhr

МОЙ ДОРОГОЙ И ВЕЛИКИЙ ТОВАРИЩ (Mon Cher et grand Camerade) –
Barbusse als Gesprächspartner Stalins 1932-1934

Vortrag von Dr. Wladislaw Hedeler

Henri Barbusse (geb. am 17. Mai 1873), der eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen den Intellektuellen und der Sowjetunion spielte, plante seit seinem ersten Besuch in der Sowjetunion 1927, eine Biografie «des sichtbarsten Menschen der Welt und doch eines der am wenigsten Gekannten» zu schreiben. Dr. Wladislaw Hedeler stellt einige der im Moskauer Archiv für sozialpolitische Geschichte (RGASPI) überlieferten Dokumente, darunter den Briefwechsel über das beabsichtigte Stalin-Buch und Stalins Bemerkungen zum Manuskript vor.

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Mittwoch, 29. Mai, 19.30 Uhr
Radio-Feature 10

«Die letzte große Straße Europas»
Ein Feature von Ulla Vogel und Axel Witte (1993)

Der Berliner Senat hat die Initiative aufgegriffen, die Karl-Marx-Alle (mit beiden Bauabschnitten) und das Ensemble der Interbau 1957 (Hansaviertel, Kongresshalle im Tiergarten, Corbusierhaus am Olympiastadion) gemeinsam zum Weltkulturerbe anzumelden. Damit findet eine fast zwanzigjährige Kontroverse über den Umgang mit der Nachkriegsmoderne in Ost und West ihren vorläufigen Abschluss. Am dramatischsten war der Bedeutungwandel der alten Stalinallee. Als «erste sozialistische Straße Deutschlands» errichtet, wurde sie im Westen jahrzehntelang ausschließlich als gebauter Stalinismus wahrgenommen, nach der deutschen Einheit gewann sie schnell Akzeptanz als «europäischer Boulevard». Ursula Vogel und Axel Witte haben diesem Bedeutungswandel nachgespürt.

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Mittwoch, 12. Juni, 19.30 Uhr

«Machandel»
Regina Scheer liest aus ihrem Roman

Machandel ist der niederdeutsche Name für Wacholder, im Roman ist es auch der Name eines Mecklenburger Dorfes und das Pseudonym eines Fotografen, der 1946 in diesem Dorf geboren wurde und 1985 die DDR verlässt. Er zeigt seiner jüngeren Schwester zum Abschied das Dorf seiner Kindheit, in dem sie fortan die Wochenenden und Sommer verbringt. In dem scheinbar abgeschiedenen Ort begegnet ihr die Geschichte ihrer eigenen Familie, die sich auf eigentümliche Weise verbunden mit dem Märchen vom Machandelboom verbindet, über das sie eine Dissertation schreibt. In Berlin erlebt sie das Ende der DDR. Der Roman ist ein Gang durch viele Jahrzehnte deutscher Geschichte. Das Unausgesprochene, Unerledigte prägt das Leben der handelnden Personen bis in die Gegenwart.

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Mittwoch, 26. Juni, 19.30 Uhr

Die Überwindung der Sklavenseeele.
Andrej Platonovs «Mittelasiatischer Zyklus»

Vortrag von Michael Leetz

Andrej Platonov unternahm 1934 und 1935 zwei Reisen nach Turkmenien. Die Begegnung mit dem mittelasiatischen Land wird zum entscheidenden Wendepunkt im Schaffen des Schriftstellers. Es entsteht der «mittelasiatische Zyklus»: die Erzählung «Der Takyr», die Novelle «Dshan» und das Romanfragment «Der makedonische Offizier». Der Zyklus, in dessen Mittelpunkt die Schicksale von Sklaven stehen, kann als Platonovs unmittelbare Reaktion auf die Stalinsche Despotie gedeutet werden. Aber das Sklaventhema geht für Platonov weit darüber hinaus: der Mensch muss seine Sklavenseele überwinden, damit eine künftige ökologische Katastrophe abgewendet wird.

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Mittwoch, 10. Juli 2013, 19.30 Uhr

Die Überwindung der Sklavenseeele.
Vier Kurzfilme von Christina Czymay und Aaron Wendland

Die Dokumentarfilme zeigen deutsche Maler und Zeichner in ihren Ateliers und Lebensräumen. Die Künstler, meist selbst einst Lehrende, kommen hier zu Wort, zeigen Werke aus ihrem Schaffen, reflektieren Zusammenhänge und Beweggründe. Die Zeichnung steht als zusammenfassendes Thema im Vordergrund der Filme.

Lothar Böhme, Maler aus Berlin, geboren 1938 in Berlin
Ulrich Erben, Maler aus Düsseldorf, geboren 1940 in Düsseldorf
Joachim John, Zeichner aus Neu Frauenmark/Mecklenburg, geboren 1933 in Böhmen
Claus Weidensdorfer, Zeichner aus Radebeul, geboren 1931 in Coswig/Sachsen