1948
20,2 × 22,7 cm
Tusche und Deckfarbe
Max-Lingner-Stiftung
Auch mit den «Bürofräuleins» nahm Max Lingner eine Szenerie auf, die er bereits 1939 in Paris beobachtet hatte: Unter dem Titel «Der Metro entgegen» laufen sieben Frauen zu einer Station der Untergrundbahn, einige sind ins Gespräch vertieft. Die Skizze von 1948 ist ähnlich in der Größe und fast identisch im Aufbau. Alle Frauen sind in Rückenansicht dargestellt, tragen elegante Kleidung, manche haben sich untergehakt. Nur die Kopfbedeckungen unterscheiden sich und eine davon ist besonders auffällig — das schwarz-weiß-karierte Kopftuch. Es bildet dann im Gemälde, das Lingner im gleichen Jahr gemalt hat, eine Art Fluchtpunkt. Darin nicht mehr vorhanden ist jedoch der METRO-Schriftzug und die Bürofräuleins könnten so überall unterwegs sein.
Als Lingner 1949 nach Deutschland zurückkehrte, war das Gemälde Teil seiner «Schenkung an das deutsche Volk» und gehört heute zur Sammlung der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Die Skizze verblieb in seinem Nachlass, den die Max-Lingner-Stiftung betreut.