Einladung zur Ausstellung

1933, 15 × 12 cm, Druckgrafik
Max-Lingner-Stiftung

Vom 27. Januar bis 9. Februar 1933 fand in Paris die erste Personal-Ausstellung Max Lingners statt. Er zeigte Zeichnungen, Gemälde und Seidenmalereien, die er zusammen mit seiner Frau Lisa angefertigt hatte. Als Motiv für die Einladungskarte wählte er zwei junge Frauen, die eng beieinander stehen und sich durch den Gegensatz von Linie und Farbfläche unterscheiden. Ein Kritiker der deutschsprachigen Pariser Illustrierten Zeitung schrieb: «Seine Schwarz-Weiß-Arbeiten sind von jenem sozialen Unterton getragen, wie er einer Kollwitz, einem Masereel und Grosz eigentümlich ist, ohne dass in seinem Falle die künstlerische Gestaltung dem Sujet bzw. einer durch dieses vermittelten Tendenz untergeordnet sei. Lingners Temperas und Aquarelle sagen Positiveres über seine malerischen Qualitäten aus als die Ölbilder. Seine Pinselführung verrät weit mehr den Zeichner als den Maler. Ist das ein Minus? — Umso weniger als Lingner, wohlbewusst der Grenzen und Entfaltungsmöglichkeiten seines Talents, unbeirrt den rechten Weg zu gehen scheint.»