1940
17,5 × 35 cm
Tusche und Deckfarbe
Max-Lingner-Stiftung
Auf dieser Zeichnung deutet nichts darauf hin, dass sich in dem scheinbar idyllischen Ort ein improvisiertes Internierungslager für deutsche Emigranten befand. Villerbon liegt 200 Kilometer südlich von Paris und Lingner traf hier Ende November 1939 ein, nachdem er in Paris verhaftet worden war. Die Internierten waren in Ställen sowie anderen landwirtschaftlichen Gebäuden untergebracht und konnten sich relativ frei bewegen. Lingner hielt an seiner Routine fest und zeichnete seine Umgebung: Im Zentrum steht ein Heuhaufen, der unweigerlich an die berühmte Serie des impressionistischen Malers Claude Monet denken lässt. Menschen sind nicht zu sehen, alles wirkt ruhig, die Ernte ist eingeholt. Lingner musste die Wintermonate in Villerbon verbringen, bevor er im Frühjahr in das 150 Kilometer entfernte Cepoy verlegt und von dort weiter nach Les Milles in Südfrankreich gebracht wurde. Hier entstanden dann ähnliche Aquarelle und Zeichnungen wie in Villerbon.