für das Haus der Ministerien
1950
15 × 122 cm
Pinsel in Wasser- und Deckfarben über Graphit
Max-Lingner-Stiftung
Im Sommer 1950 erhielt Max Lingner einen Brief vom Ministerium für Aufbau der DDR, in dem er eingeladen wurde, am Wettbewerb für ein neues Wandbild teilzunehmen. Anbringungsort sollte die 3×25 Meter große Rückwand der offenen Säulenhalle am Haus der Ministerien (ehemals Reichsluftfahrtministerium) in Berlin, Leipziger Ecke Wilhelmstraße sein.
Lingner beteiligte sich mit einem figurenreichen Entwurf, von dem das rechte Viertel hier zu sehen ist, und bekam den Auftrag. Allerdings musste er diesen mehrmals überarbeiten und dabei stark verändern. Aus der fröhlichen Gruppe aus Mutter, Vater mit Kind auf den Schultern und zwei jungen Arbeitern wurde eine statische Familienszene, bei der das Kind eine Fahne mit Friedenstaube in der Hand hält. Nachdem das Wandbild auf Kacheln aus Meißner Porzellan am 3. Januar 1953 der Öffentlichkeit übergeben wurde, soll Lingner es vermieden haben, mit dem Auto daran vorbeizufahren, so unzufrieden war er mit dem Ergebnis.