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Allen Freundinnen und Freunden der Max-Lingner-Stiftung alles Gute zum neuen Jahr!

Hier machen wir Sie mit unserem Programm im 1. Halbjahr 2026 bekannt. Alle unsere Veranstaltungen werden in der Regel auch live gesendet und können anschließend kostenlos in unserem YouTube-Kanal nachgesehen werden.

Auf Wiedersehen im Max-Lingner-Haus!
Thomas Flierl, Vorsitzender der Max-Lingner-Stiftung

11. Februar 2026, 19 Uhr

 

Leider entfällt der Livestream heute aufgrund rechtlicher Gründe!
Adlergestell

Lesung und Diskussion mit Laura Laabs

Die Regisseurin und Autorin Laura Laabs entwirft in ihrem Roman «Adlergestell» eine Ostberliner Kindheit in den 1990er Jahren: Im Zentrum stehen drei Mädchen, der Schulalltag, neue Erfahrungen unter neuen gesellschaftlichen Anforderungen, Gerüchte um Enteignungen und Aneignungen von Häusern in der Siedlung durch «Wessis», Unsicherheit im Umgang mit der Vergangenheit von DDR und Nationalsozialismus, Alkoholismus, Arbeitslosigkeit, Familien- und Staatsgewalt. Bei allen Erlebnissen erlernt und ergründet die Erzählerin neue Mechanismen des Konsums und der Werbung. Sie liest Romane von Anna Seghers, die schließlich auch am Adlergestell wohnte. Über den Roman, das Schreiben und Erinnern als Textarbeit sprechen wir mit Laura Laabs. 

4. März 2026, 19 Uhr

 

Architekturvortrag 57
Helmut Trauzettel, die UIA und der Schulbau in der DDR

Vortrag von Oliver Sukrow (Darmstadt)

Der Schulbau in der DDR war maßgeblich durch die Notwendigkeit geprägt, schnell und effizient eine Vielzahl neuer Schulen zu errichten, um dem einheitlichen Bildungssystem der Polytechnischen Oberschule (POS) gerecht zu werden. Dabei spielten ab den 1960er Jahren verschiedene Typenprojekte eine wichtige Rolle, wie etwa diejenigen des Dresdner Hochschulprofessors Helmut Trauzettel. Wenig beachtet blieb bislang jedoch Trauzettels jahrzehntelanges Engagement in der Schulbaukommission der Union International des Architectes (UIA). Der Vortrag bindet nationale wie internationale Aspekte des Themas zusammen und wirft einen neuen Blick auf diese zentrale Bauaufgabe in der DDR.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/V1ieoCmxnJc?feature=share

18. März 2026, 19 Uhr

 

Walter Ulbricht. Der deutsche Kommunist

Vortrag von Ilko-Sascha Kowalczuk

Walter Ulbricht war einer der einflussreichsten deutschen Politiker des 20. Jahrhunderts. Ilko-Sascha Kowalczuk legt nun die erste umfassende wissenschaftliche Biographie vor, basierend auf langjährigen Quellenrecherchen in Dutzenden Archiven im In- und Ausland. Entstanden ist ein monumentales Werk, das mehr ist als eine einfache Biographie. Es ist auch eine Geschichte des Kommunismus und des zerrissenen 20. Jahrhunderts. Ilko-Sascha Kowalczuk beschreibt den Aufstieg des um die Jahrhundertwende in Leipzig geborenen Sohnes eines Schneiders zum Führer der deutschen Kommunisten, der zum eigentlichen Gründer der DDR wurde und 1961 die Mauer errichten ließ. Dabei entdeckt er nicht nur den Funktionär Ulbricht neu, sondern beschreibt ihn auch als Menschen, wie es bislang nicht zu lesen war. Er erklärt Ulbricht aus seiner Zeit und schreibt nicht über ihn, allein mit dem Wissen von später.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/PmacMgBSR4E?feature=share

22. April 2026, 19 Uhr

 

Kommunistische Propaganda? Sowjetische Kulturdiplomatie im Kontext des Rapallo-Vertrags

Vortrag von Christian Hufen

Die Moskauer «Allunionsorganisation für kulturelle Verbindung mit dem Ausland» (russ. Abk. VOKS; 1925–1958) vermittelte im Staatsauftrag ein positives Erscheinungsbild der jungen Sowjetunion. Gründungsdirektorin Ol’ga Kameneva, Trockijs Schwester, sorgte zugleich für einen künstlerischen und wissenschaftlichen Austausch mit dem Westen auf hohem Niveau. Sowjetische Gastspiele und Kunstausstellungen bereicherten das deutsche Kulturangebot, Begegnungen von Spitzenforschern den wissenschaftlichen Fortschritt. Die innovative Außenwerbung 
sowjetischer Avantgardisten, wie durch El’ Lisickij, fand weltweit Nachahmer.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/Ju5Hns1-aMQ?feature=share

20. Mai 2026, 19 Uhr

 

Eduard Fuchs. Die verlorene Sammlung eines «Kulturbolschewisten»

Vortrag von Ulrich Weitz (Stuttgart)

Im Auftrag der Erben und gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg erforschte Ulrich Weitz das Schicksal der legendären Kunstsammlung des Kommunisten Eduard Fuchs (1870–1940). Fuchs-Biograf Weitz erzählt in seinem Vortrag von der Beschlagnahmung des Museums Fuchs in Berlin-Zehlendorf durch die Gestapo. Er schildert seine Suche nach den verlorenen Schätzen — Gemälden, Asiatika und einer einzigartigen Grafiksammlung zur Geschichte der Arbeiterbewegung — und kann von ersten Erfolgen bei der Restitution wiedergefundener Objekte berichten.

Kooperation mit Helle Panke e.V. | Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/RGPj1CkFP2M?feature=share

24. Juni 2026, 19 Uhr

 

Die Bildwelten der Elizabeth Shaw

Vortrag und Gespräch mit Eva Maria Kohl (Halle)

Die Bilderbücher der irischen Künstlerin Elizabeth Shaw (1920–1992), die nach dem Krieg nach Berlin-Pankow kam, haben viele Kinder in der DDR gelesen und geliebt. «Der kleine Angsthase» oder «Zilli, Billi und Willi» fehlten damals in keinem Kindergarten. Bevor sie eigene Kinderbücher schrieb, illustrierte sie Texte von Bert Brecht, Mark Twain, James Krüss u.a. Weniger bekannt ist ihr umfangreiches Werk als Karrikaturistin für Zeitschriften. 1959 porträtierte sie 43 Mitglieder der Akademie der Künste. Ihr besonderer minimalistischer Zeichenstil, ihre kritische und humorvolle Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen ihrer Zeit machen neugierig.

Kooperation mit Helle Panke e.V. | Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/N8XBBLTsDNw?feature=share

8. Juli 2026, 19 Uhr

 

Eine Empire-Kommode über Lenins Sarg

Vortrag von Thomas Flierl

Das in Kooperation mit der in Novosibirsk lebenden Witwe, Sophie Küppers-Lisickaja, von Erhard Frommhold 1967 im Verlag der Kunst Dresden herausgebrachte Buch «El Lissitzky. Maler. Architekt. Typograf» war eine editorische Sensation, machte es doch erstmals wieder mit dem Werk des vergessenen Avantgardisten bekannt, noch dazu in einer kongenialen Buchgestaltung. Sogleich ins Englische und Italienische übersetzt, erschien es 1968 auch im Westen. Der Vortrag zeigt am prominenten Beispiel des Textes «SSSR’s Architektur» die bis heute weltweit übernommenen Zensureingriffe, die wichtige Aspekte der frühen sowjetischen Architekturpolitik betreffen: den Bau des Lenin-Mausoleums.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/T2J95qGyDSk?feature=share