Liebe Besucher*innen und Freund*innen des Max-Lingner-Hauses!

Pandemiebedingt setzen wir das Veranstaltungsprogramm auch 2022 hybrid fort. Referent*in und Moderator*in und bis zu 15 Teilnehmer*innen vor Ort, viele Teilnehmer*innen an den Bildschirmen.
Alle Veranstaltungen sind kostenlos live zu verfolgen und im  Nachhinein digital im Archiv anzuschauen.

Hier die nächsten Veranstaltungen im 1. Halbjahr 2022.

Auf Wiedersehen im Max-Lingner-Haus!
Thomas Flierl, Vorsitzender der Max-Lingner-Stiftung

11. Februar 2022, 19 Uhr

«Hans Falladas letzte Liebe»

Vortrag und Buchvorstellung mit Michael Töteberg (Hamburg)
aus Anlass des 75. Todestages des Schriftstellers am 5. Februar 2022
Moderation: Dr. Thomas Flierl

Die Studentin Christa Wolf tippt in ihrer Leipziger Wohnung einen Brief. Sie interessiert sich für die autobiographischen Züge in Falladas Werk – und bekommt von dem Dichter und Funktionär Johannes R. Becher, der sich zuletzt aufopfernd um den alkohol- und morphiumsüchtigen Autor gekümmert hat, nur eine ausweichende Antwort. An welche Tabus hatte ihre Frage gerührt?
Mit seinem Roman gibt Michael Töteberg eine literarische Antwort auf den Brief der jungen Wolf und erzählt von Falladas Stunde null zwischen zwei Frauen, von alten Dämonen und neuen Horizonten und von der unvergleichlichen Kraft der Literatur. Eine herzzerreißende Geschichte von universeller Gültigkeit über die menschlichen Abgründe – und eine Liebe, die dagegen ankämpft.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/mTJq9u3CSxE

23. Februar 2022, 19 Uhr

Die Intelligenzsiedlungen in Ost-Berlin 1949 bis 1961 

Vortrag und Buchvorstellung mit Bettina Asmus
Moderation: Thomas Flierl

In Pankow und Grünau entstanden ab April 1949 auf Anregung der Sowjetischen Militäradministration drei Siedlungen mit insgesamt 93 Häusern, in denen hervorragende Persönlichkeiten der sogenannten «Intelligenz» in der SBZ/DDR untergebracht wurden.
Durch umfangreiche Recherchen in Archiven sowie Befragung von Zeitzeugen ist ein sehr genaues Bild von der Planung der Siedlungen, dem Entwurf der Haustypen, den Schwierigkeiten beim Bau und der Auswahl der Erstbewohner entstanden. Vor allem Wissenschaftler, Techniker, Lehrer, Schriftsteller und Künstler wurden dort angesiedelt. Ihr soziales und politisches Leben in der Zeit zwischen 1949 und dem Mauerbau 1961 wird ebenso beleuchtet, wie auch ein kurzer Ausblick bis zum Zeitpunkt der Wende und darüber hinaus.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/iiKEQHgg5M8

9. März 2022, 19 Uhr

Design made in DDR. Der Formgestalter Martin Kelm  

Vortrag und Buchvorstellung mit Günter Höhne 
Moderation: Thomas Flierl

Seit etlichen Jahren feiert das DDR-Design ein Comeback. Seine Zweckbestimmung, Präzision, das Bewusstsein für das Material und die ästhetische Komponente werden ebenso gewürdigt wie das ethische Prinzip der Langlebigkeit. Martin Kelm prägte als Leiter des «Amtes für industrielle Formgestaltung» sowie als Lehrer an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein die Entwicklung des DDR-Designs. In einem von Kelm autorisierten Gespräch mit Günter Höhne, dem international bekannten Design-Experten und -Sammler, erfährt man die weitgehend unbekannte Biografie Kelms und die Umstände, unter denen er sich zum »Chefdesigner der DDR« entwickelte.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/b5pBhmlBSGg

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

23. März 2022, 19 Uhr

Zwischen zwei Büchern. Neueste Forschungen zum Charakter der Ostmoderne 

Vortrag von Dr. Roman Hillmann
Moderation: Thomas Flierl

Im Mai letzten Jahres erschien in Leipzig der von der Wüstenrot Stiftung herausgegebene Band «Moderne Architektur der DDR. Gestaltung. Konstruktion. Denkmalpflege», dessen Erstellung Hillmann leitete – 15 Autoren befassen sich mit der Abrisswut nach 1989, aber auch mit vorbildlichen Beispielen der Denkmalpflege. Hillmanns nun eingereichte Habilitation argumentiert vor allem architekturhistorisch und soll 2022 erscheinen. Sie wagt den Bogen von der Baupolitik der DDR über die Arbeitsweise der Meister- und Projektierungsarchitekten, konstruktive und bautechnische Fragen bis hin zur Ästhetik des Typenbaus im Städtebau. Hillmann stellt beide Bücher als Strang der minutiösen und von Achtung geleiteten Erforschung der Architektur der DDR vor.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/MeJ4KAMV4tU

30. März 2022, 19 Uhr

Architekturvortrag 34

Innerstädtischer Wohnungsbau in Ost-Berlin: Wilhelmstraße  

Vortrag von Dr. Thorsten Dame (Landesdenkmalamt)
Moderation: Thomas Flierl

Am 30. August 2021 wurde das 1987–1992 an der Wilhelmstraße errichtete Wohnquartier in die Berliner Denkmalliste eingetragen. Das als «Investitionskomplex Otto-Grotewohl-Straße» konzipierte Quartier zeigt an einem hervorragenden Beispiel und an einem bedeutenden Ort die Variabilität und Spielräume der durch Sonderbauteile erweiterten WBS-70-Systembauweise. Unter der Leitung von Helmut Stingl entstand unmittelbar an der Grenze von Ost- und West-Berlin ein neuartiger Bautyp, der mit Geschäften, Dienstleistungseinrichtungen, Arbeitsstätten, Schule und Kindergarten dem Leitbild einer funktional durchmischten Stadt entsprach.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/WNLCfAaD3as

In Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin

6. April 2022, 19 Uhr

Architekturvortrag 35

Die Paulskirchen-Debatte  

Vortrag von Philipp Sturm (Frankfurt am Main)
Moderation: Thomas Flierl

In der Hoffnung auf Frankfurt am Main als neuer deutscher Hauptstadt wurde 1947/48 die kriegszerstörte Paulskirche als potenzieller Parlamentssitz wiederaufgebaut. Die Architektengruppe unter Kirchenbaumeister Rudolf Schwarz schuf einen bewusst nüchternen Raum, der für den demokratischen Neubeginn stehen sollte.
Zurzeit werden, wie bereits in den 1980er Jahren, Stimmen laut, die im Zuge anstehender Sanierungsmaßnahmen die Rekonstruktion eines Vorkriegszustandes wünschen. Dabei steht die Frage im Raum, ist die Paulskirche ein Denkmal der Nationalversammlung von 1848/49 oder des Wiederaufbaus der Demokratie in der jungen Bundesrepublik nach 1945? Oder muss sie nicht an beides erinnern?

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/JHkJiu3KlIg

20. April 2022, 19 Uhr

Der «Cézannist» Otto Hettner an der Dresdner Kunstakademie 

Vortrag von Vortrag von Kati Renner 
Moderation: Thomas Flierl

Der Maler, Grafiker und Bildhauer Otto Hettner (1875-1931) erhielt 1919 an der Dresdner Kunstakademie eine Professur für Malerei. Zu seinen rund 50 Schüler*innen zählten u.a. Hans Grundig, Hans Jüchser, Fritz Tröger und Hilde Goldschmidt. Mit der Berufung erhoffte sich die Akademieleitung neue Impulse und einen Anschluss an aktuelle, internationale Tendenzen. Hettner hatte zuvor zahlreiche Jahre in Paris und Florenz verbracht und mit farbkräftigen Werken nicht nur in Dresden Aufsehen erregt. Der Vortrag untersucht sowohl Hettners Wirken an der Akademie, als auch seine Rezeption anhand ausgewählter Werkbeispiele. 

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/jNpqqmIKqv4

4. Mai 2022, 19 Uhr

Museen in der DDR: Architektur- und Gestaltungsgeschichte 

Vortrag von Nikolaus Bernau 
Moderation: Christian Hufen

Die DDR war ein Museumsland, aber keines der Museumsneubauten. Während in der alten Bundesrepublik mehr als 100 neue Gebäude für Museen und Ausstellungen entstanden, waren es in der SBZ/DDR kaum eine Handvoll, und nur zwei dieser Projekte können beanspruchen, internationalen Standards zu genügen: Die Kunsthalle in Rostock und das Schiller-Museum in Weimar. In aller Regel nutzte sie vorhandene Museumsbauten, einstige Schlösser, Gutshäuser, Kirchen, Klöster oder auch Privathäuser. In ihnen entfaltete sich das eigentliche Potential einer als „sozialistisch“ bezeichneten, vor allem in den Kunst-, Natur- und Technikhistorischen Museen aber oft nur sehr bedingt sozialistisch grundierten Museumskultur in der DDR. Ein Bericht aus der laufenden Forschung.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/mNf9JhW0z4o

18. Mai 2022, 19 Uhr

Architekturvortrag 36

Architektur in Ludwigsfelde. Koevolution von Stadt und Werk   

Vortrag von Ulrich Hartung
Moderation: Thomas Flierl

Die «Boomtown» Ludwigsfelde bei Berlin wächst weiter. Zugleich wird sich die frühere «Stadt der Automobilbauer» ihrer Geschichte und deren baulicher Zeugen immer mehr bewusst. Die Frage nach dem Entwicklungszusammenhang von mobilen Industrieprodukten und immobilen Bauerzeugnissen im Zeitalter der Montagetechnik steht auch vor der Architekturforschung. Wenn sie sich von der Zuordnung zu Allgemeinbegriffen als wissenschaftlichem Endzweck löst, dann wird sie die ortskonkreten Baugestalten als besondere Ausformungen der zeithistorischen Entwicklung begreifen, wird in den Intentionen der Politiker, Planer und Architekten das Entwicklungsmoment auffinden, das zur Stadt-Individualität von Ludwigsfelde führte.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/1EUfnrZCJqg

25. Mai 2022, 19 Uhr

Eine Überlebensgeschichte  

Nach mündlichen Berichten von Maria König aufgezeichnet von Antje Leetz 
Moderation: Thomas Flierl

Als die junge Marischa mit ihrer Mutter in Auschwitz zur Vergasung ansteht, wird sie aussortiert zum Arbeiten. «Vielleicht hätte ich die Kraft finden müssen, mit meiner Mama zu gehen. Damit sie nicht allein in den Tod geht.» Diesen Gedanken schleppte Marischa immer mit sich herum. Kurz vor ihrem Tod 2019 erzählte sie zum ersten Mal von den tief verdrängten Erlebnissen: von der glücklichen Kindheit in Łodz, vom Ghetto, den Lagern, der Befreiung. Wenn sie weinte beim Erinnern, sagte sie: «Mach dir keine Sorgen, ich bin froh, wenn mir jemand zuhört.» Antje Leetz hat ihre Erzählung mit dem Mikrofon aufgezeichnet, verschriftet, vorsichtig bearbeitet und ein Buch daraus gemacht.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/wxbAHGf854U

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

1. Juni 2022, 19 Uhr

Rotes Erbe: Auf der Suche nach Richard Schmincke, meinem Vater   

Vortrag und Buchvorstellung mit Ricarda Bethke und Wera Herzberg
Moderation: Thomas Flierl

«Du hast da ein Trauma», sagte man zu mir, als es klar wurde, dass es etwas gab, was mich nicht losließ, es war der Suizid meines Vaters kurz vor dem Zweiten Weltkrieg und acht Wochen nach meiner Geburt. Selbstmord in einer Familie ist gar nicht so selten, und in jedem Falle bedrückend. Der Mantel des Schweigens wird oft darübergelegt. Ein Selbstmord ist auch ein Mord, denke ich, eine Niederlage ist er nicht unbedingt. Die Suche einer Tochter nach einem Kommunisten, Kurier der Komintern, Vorkämpfer für Sozialmedizin, der sich wenige Tage vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges verzweifelt umbrachte. 

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/rAXDwaVILME

15. Juni 2022, 19 Uhr

Leo Bauer – der unfreiwillige Dissident   

Vortrag von Bernd-Rainer Barth
Moderation: Thomas Flierl

Als der charismatische KPD-Funktionär und Parteijournalist Leo Bauer im Dezember 1952 von einem sowjetischen Militärtribunal in Ost-Berlin wegen Spionage für Noel Field zum Tode verurteilt wird, bricht er zusammen. Der einzige Überlebende einer von den Nazis ermordeten großen ostjüdischen Familie soll nun durch die Hand seiner eigenen Genossen sterben. Warum Leo Bauer überlebte, wie sein bisheriges Leben im Exil in Frankreich und der Schweiz Teil der Spionagekonstruktion um Noel Field wurde, und wie er sich von seiner Identität als Kommunist löste und zu einem Vertrauten zweier Antipoden der SPD – Herbert Wehner und Willy Brandt – werden konnte, wird im Vortrag anhand weitgehend unbekannter Archivquellen rekonstruiert. 

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/5ODjzRuzqPs