Liebe Besucher*innen und Freund*innen des Max-Lingner-Hauses!

Gemäß den neuen Pandemieregeln haben wir die Beschränkung auf nur 15 Teilnehmer*innen aufgehoben. Es können also wieder bis zu 40 Besucher*innen im Atelier von Max Lingner den Veranstaltungen vor Ort folgen. Sie müssen sich nicht mehr vorher anmelden. Wir werden aber den hybriden Charakter der Veranstaltungen fortsetzen, d.h. alle Veranstaltungen werden live gesendet und können anschließend kostenlos in unserem YouTube-Kanal nachgesehen werden. Wegen der Live-Übertragung bitten wir um pünktliches Erscheinen. 

Hier die nächsten Veranstaltungen bis zur Sommerpause 2022.

Auf Wiedersehen im Max-Lingner-Haus!
Thomas Flierl, Vorsitzender der Max-Lingner-Stiftung

25. Mai 2022, 19 Uhr

Die Veranstaltung mit Antje Leetz wird krankheitsbedingt in den Herbst verschoben.

Loyal um jeden Preis. »Linientreue Dissidenten« im Sozialismus   

Vortrag und Buchvorstellung mit Sonia Combe (Paris)  
Moderation: Thomas Flierl

Anna Seghers, Bertolt Brecht, Stefan Heym, Jürgen Kuczynski, Paul Dessau, Max Schroeder und viele andere wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft oder wegen ihrer kommunistischen Überzeugung im »Dritten Reich« verfolgt und mussten Deutschland verlassen. Nach dem Exil in England, den USA oder Mexiko wählten sie die Sowjetische Besatzungszone bzw. die DDR als Heimat. Die Konflikte zwischen den Westremigranten und jenen, die aus Moskau in den Ostteil Deutschlands zurückkehrten, gehören zu den zentralen Problemen der DDR-Geschichte. Diesen Intellektuellen schlugen Misstrauen und Verdächtigungen entgegen. Dennoch stützten sie das System und stellten es zugleich infrage. Einzig innerhalb der Partei trugen sie ihre Kritik vor, in der Öffentlichkeit schwiegen sie. Mit dieser Praxis beeinflussten sie auch die Folgegeneration, als deren Repräsentantin Christa Wolf gelten kann. Sonia Combe zeichnet in ihrem Buch die Kämpfe und Gewissenskonflikte dieser kritischen Marxisten nach und fragt, welchen Preis sie für ihre Loyalität zahlten.

Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/wxbAHGf854U

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

1. Juni 2022, 19 Uhr

Rotes Erbe: Auf der Suche nach Richard Schmincke, meinem Vater   

Vortrag und Buchvorstellung mit Ricarda Bethke und Wera Herzberg
Moderation: Thomas Flierl

«Du hast da ein Trauma», sagte man zu mir, als es klar wurde, dass es etwas gab, was mich nicht losließ, es war der Suizid meines Vaters kurz vor dem Zweiten Weltkrieg und acht Wochen nach meiner Geburt. Selbstmord in einer Familie ist gar nicht so selten, und in jedem Falle bedrückend. Der Mantel des Schweigens wird oft darübergelegt. Ein Selbstmord ist auch ein Mord, denke ich, eine Niederlage ist er nicht unbedingt. Die Suche einer Tochter nach einem Kommunisten, Kurier der Komintern, Vorkämpfer für Sozialmedizin, der sich wenige Tage vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges verzweifelt umbrachte. 

Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/rAXDwaVILME

15. Juni 2022, 19 Uhr

Leo Bauer – der unfreiwillige Dissident   

Vortrag von Bernd-Rainer Barth
Moderation: Thomas Flierl

Als der charismatische KPD-Funktionär und Parteijournalist Leo Bauer im Dezember 1952 von einem sowjetischen Militärtribunal in Ost-Berlin wegen Spionage für Noel Field zum Tode verurteilt wird, bricht er zusammen. Der einzige Überlebende einer von den Nazis ermordeten großen ostjüdischen Familie soll nun durch die Hand seiner eigenen Genossen sterben. Warum Leo Bauer überlebte, wie sein bisheriges Leben im Exil in Frankreich und der Schweiz Teil der Spionagekonstruktion um Noel Field wurde, und wie er sich von seiner Identität als Kommunist löste und zu einem Vertrauten zweier Antipoden der SPD – Herbert Wehner und Willy Brandt – werden konnte, wird im Vortrag anhand weitgehend unbekannter Archivquellen rekonstruiert. 

Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/5ODjzRuzqPs

Ursprünglich für den 25. Mai geplant, wird die Veranstaltung krankheitsbedingt in den Herbst verlegt. Der genaue Termin wird mit dem neuen Programm bekanntgegegeben. 

Eine Überlebensgeschichte  

Nach mündlichen Berichten von Maria König aufgezeichnet von Antje Leetz 
Moderation: Thomas Flierl

Als die junge Marischa mit ihrer Mutter in Auschwitz zur Vergasung ansteht, wird sie aussortiert zum Arbeiten. «Vielleicht hätte ich die Kraft finden müssen, mit meiner Mama zu gehen. Damit sie nicht allein in den Tod geht.» Diesen Gedanken schleppte Marischa immer mit sich herum. Kurz vor ihrem Tod 2019 erzählte sie zum ersten Mal von den tief verdrängten Erlebnissen: von der glücklichen Kindheit in Łodz, vom Ghetto, den Lagern, der Befreiung. Wenn sie weinte beim Erinnern, sagte sie: «Mach dir keine Sorgen, ich bin froh, wenn mir jemand zuhört.» Antje Leetz hat ihre Erzählung mit dem Mikrofon aufgezeichnet, verschriftet, vorsichtig bearbeitet und ein Buch daraus gemacht.

Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/wxbAHGf854U

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin