Liebe Besucher*innen und Freund*innen des Max-Lingner-Hauses!

Unser Veranstaltungsprogramm macht Sommerpause. Am 14. September geht es weiter. Hier finden Sie bereits die ersten Veranstaltungen im Herbstprogramm. Wir werden sehen, was die Pandemie im Herbst mit uns und wir mit ihr machen. Wir sind vorbereitet: alle Veranstaltungen sind hybrid. Ohne neue Einschränkungen können bis zu 40 Besucher*innen den Veranstaltungen vor Ort im Atelier von Max Lingner folgen. Zugleich werden alle Veranstaltungen live gesendet und können anschließend kostenlos in unserem YouTube-Kanal nachgesehen werden. Wegen der Live-Übertragung bitten wir um pünktliches Erscheinen. 

Auf Wiedersehen im Max-Lingner-Haus!
Thomas Flierl, Vorsitzender der Max-Lingner-Stiftung

14. September 2022, 19 Uhr

 

«Haus des Kindes»  

Lesung und Buchvorstellung mit Helga Kurzchalia
Moderation: Thomas Flierl


Das von Hermann Henselmann als Wohn- und Kinderkaufhaus konzipierte Haus des Kindes befand sich am Eingang der Stalinallee. Das dortige Leben ist der Ausgangs- und Kristallisationspunkt dieses episodenhaft erzählten Romans, der Anfang der 1950er Jahr beginnt und 1965 endet. Eine literarische Spurensuche im Herzen Ost-Berlins, die dokumentarische Genauigkeit mit erzählerischer Originalität verbindet. Die 1948 geborene Autorin studierte Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihr Lebensweg führte sie nach Moskau, Tiflis, London zurück nach Berlin. 

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/PGeV7ZAJxPI

28. September 2022, 19 Uhr

 

Architekturvortrag 37

Das Hochhaus an der Weberwiese. Zum 70. Geburtstag einer Architekturikone

Vortrag und Diashow von Eva Rothkirch
Moderation: Thomas Flierl


Der Leitbau der Gestaltung der Stalinallee in Berlin und vieler weiterer Bauvorhaben in der DDR, das Haus an der Weberwiese, wurde am 1. Mai 1952 eingeweiht. Geschaffen hatten ihn die Architekten der Meisterwerkstatt I an der Deutschen Bauakademie unter Leitung von Hermann Henselmann. Die Weberwiese ist ein kleiner Park, dessen Bezeichnung auf ortsansässige Weber zurückgeht, die hier ihre Stoffe trockneten. Nach der Reichsgründung 1870/71 wurde jedoch auch diese Gegend eng bebaut. Der Vortrag schlägt den Bogen bis in die Neugestaltung des Areals Anfang der 1950er Jahre. Besonderes Augenmerk wird dabei der Architektur und Ausstattung des Hochhauses und der Wohneinheiten gewidmet. Eva Rothkirch kann sich auf familiäre und persönliche Erinnerungen stützen. Ihre Großeltern gehörten 1952 zu den Erstmietern; sie selbst ist im Hochhaus an der Weberwiese aufgewachsen.  

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/jo4qRMOoemc

5. Oktober 2022, 19 Uhr

 

Andrej Platonow: «Der makedonische Offizier»

Lesung und Buchvorstellung mit Michael Leetz
Moderation: Christian Hufen


»Nicht zur Veröffentlichung bestimmt«, heißt es in einer Akte des sowjetischen Geheimdiensts über Andrej Platonow und sein Romanprojekt »Der makedonische Offizier«. Zwischen 1932 und 1936 entstanden, blieb es Fragment und wurde erst Mitte der neunziger Jahre in Russland veröffentlicht. Der dichte Text enthält nicht nur die schärfste Kritik an Stalin, die Platonow jemals formulierte, sondern auch seine Vorahnung einer von Menschen verursachten globalen Katastrophe. Michael Leetz hat das Fragment nun erstmals ins Deutsche übersetzt und, erweitert um wichtige Texte aus dem Umfeld, im Suhrkamp Verlag veröffentlicht.

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/ax8MFmw2BWs

12. Oktober 2022, 19 Uhr

 

Architekturvortrag 38

Interwar Modernism in Ukraine

Vortrag von Svitlana Smolenska (Char’kiv/Berlin) [in Englisch]
Moderation: Jörg Haspel / Uta Pottgiesser 


Worin besteht die Einzigartigkeit der Architektur in der Ukraine der 1920er und frühen 1930er Jahre? Warum wird dieses im Ausland als «heroische Periode der Architektur in der UdSSR» anerkannte bauliche Erbe, bis heute im Inland nicht geschätzt? Im Vortrag werden Industriegiganten wie das Dneprogės und das Char‘kover Turbinenwerk, die neuen Städte Zaporož’e und Novyj Char’kov und das grandiose Gosprom-Ensemble am Platz der Freiheit in Char’kov, der Hauptstadt der Sowjetukraine jener Jahre, sowie andere Beispiele avantgardistischer Architektur vorgestellt. Warum haben viele Bauten inzwischen ihre Authentizität verloren und wie bedroht der neue Krieg das bauliche Erbe der Moderne in der Ukraine?

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/fi-36LzzPQI

19. Oktober 2022, 19 Uhr

 

Melvin Lasky – Vom Trotzkisten zum Kalten Krieger der Kultur

Vortrag von Maren M. Roth (München)
Moderation: Christian Hufen 


Der 1920 in New York geborene Melvin Lasky wurde nach 1945 zu einem der am besten vernetzten amerikanischen intellektuellen Mittler in Europa. Seine Vita war untrennbar mit der Geschichte des Kalten Krieges verflochten, nicht nur wegen seiner persönlichen Entwicklung vom jüdischen Trotzkisten zum intellektuellen Antikommunisten, sondern auch wegen der Bedeutung seiner Tätigkeit im Kontext desselben. Als Herausgeber der Kulturmagazine Der Monat in Berlin und Encounter in London sowie als Mitbegründer des Kongresses für Kulturelle Freiheit ging es ihm um westliche Propaganda auf höchstem intellektuellen Niveau. Der Vortrag zeichnet das Leben Laskys und seiner Rolle im Kalten Krieg kritisch nach.

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/NJ1SRMdagzs

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

Die Termine am 26. Oktober, 2. und 9. November befinden sich noch in der Abstimmung.

16. November 2022, 19 Uhr

 

Das Leben schreiben
Warlam Schalamow: Biografie und Poetik

Lesung und Buchvorstellung mit Franziska Thun-Hohnstein
Moderation: Wladislaw Hedeler 


Die ersehnte Anerkennung blieb dem Schriftsteller Warlam Schalamow zeitlebens versagt. Sein Hauptwerk, dass das Geschehen in den Zwangsarbeitslagern des Gulag am Kältepol der Erde reflektiert, erschien posthum nach Auflösung der Sowjetunion. Schalamow lebte in einer von Brüchen und Verlusten gezeichneten Zeit russischer Geschichte, in der sich kaum jemand der bedrohlichen Macht der Politik zu entziehen vermochte. Zum Widerstand wurde ihm dabei die Dichtkunst. Franziska Thun-Hohenstein erzählt in der ersten umfassenden Biografie fesselnd vom Leben und Werk Schalamows, ohne sie einer einfachen Entwicklungslogik unterzuordnen. 

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/GMB9i1npGIM

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

23. November 2022, 19 Uhr

 

Genosse Grosz im Land der Sowjets. Eine Künstlerreise mit Folgen

Vortrag von Christian Hufen
Moderation: Thomas Flierl 


Vor genau 100 Jahren besuchte der Berliner Dadaist George Grosz (1893–1959) den ersten sozialistischen Staat. In seiner Autobiographie legte er 20 Jahre später einen ebenso amüsanten wie lückenhaften Reisebericht vor. Verfaßt für US-amerikanische Leser und erstmals 1953 in West-Berlin publiziert, verschwieg Grosz darin seine Mitgliedschaft in der KPD wie seine prominente Rolle in der Kommunistischen Internationale. Neuentdeckte Dokumente aus russischen Archiven erlauben eine Rekonstruktion dieser Rußlandreise. Der Vortrag präsentiert die wichtigsten Ergebnisse der Recherche und erklärt, warum der KPD-Austritt des Künstlers aufgrund seiner Reiseerlebnisse eine Fiktion des Kalten Krieges ist, die im wiedervereinigten Deutschland gern weitererzählt wurde.

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/AHGcn9aQF6k

30. November 2022, 19 Uhr

 

Architekturvortrag 40

Gefangen in der Titotalitätsmaschine. Der Bauhäusler Franz Ehrlich

Vortrag und Buchvorstellung mit Jens-Uwe Fischer
Moderation: Thomas Flierl


Das Funkhaus Nalepastraße, bis 1990 Sitz des Rundfunks der DDR, gilt als sein berühmtestes Werk. Begonnen hatte das bewegte Architektenleben Franz Ehrlichs (1907–1984) am Bauhaus in Dessau. 1937 wurde er als Widerstandskämpfer ins KZ Buchenwald gebracht, wo er das Tor mit der Inschrift «Jedem das Seine» gestalten musste. In der DDR nahm Ehrlichs Karriere als Architekt und Designer Schwung auf – aber sein umfassender Geltungsanspruch kollidierte mit den politischen Leitlinien. Die Autoren reflektieren über die Widersprüche in Ehrlichs Biografie sowie die Ambivalenzen und den Totalitätsanspruch der Moderne.

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/JpLHNWd9W1E

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

7. Dezember 2022, 19 Uhr

 

Angela Fensch: Porträt-Trilogien 1988/2004/2022

Fotos, Buchvorstellung, Gespräch
Moderation: Thomas Flierl


So mutig, so stark und so schön wie möglich sollten die Frauen aussehen, die Angela Fensch 1988 das erste Mal zusammen mit ihren Kindern in der DDR porträtierte. Dabei reduzierte sie die Frauen nicht auf ihre Mutterrolle, sondern zeigte sie zugleich in ihrer Weiblichkeit, betonte ihre Individualität und ihren Anspruch auf Selbst­verwirklichung. Die 1989 erschienene erste Porträtserie »Kind Frau« gehört zu den bedeu­tenden künstlerischen Zeugnissen weiblicher Emanzipati­on in der DDR. Fünfzehn Jahre später sah Angela Fensch erstmals nach, was aus den Frauen und ihren inzwischen erwachsenen Kindern geworden ist. Nun, nach dreißig Jahren deutscher Einheit, hat sie ein drittes Mal fotografiert. 

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/_s6vwHLBEL

14. Dezember 2022, 19 Uhr

 

Eine Überlebensgeschichte

Nach mündlichen Berichten von Maria König aufgezeichnet von Antje Leetz
Moderation: Thomas Flierl


Als die junge Marischa mit ihrer Mutter in Auschwitz zur Vergasung ansteht, wird sie aussortiert zum Arbeiten. «Vielleicht hätte ich die Kraft finden müssen, mit meiner Mama zu gehen. Damit sie nicht allein in den Tod geht.» Diesen Gedanken schleppte Marischa immer mit sich herum. Kurz vor ihrem Tod 2019 erzählte sie zum ersten Mal von den tief verdrängten Erlebnissen: von der glücklichen Kindheit in Łodz, vom Ghetto, den Lagern, der Befreiung. Wenn sie weinte beim Erinnern, sagte sie: «Mach dir keine Sorgen, ich bin froh, wenn mir jemand zuhört.» Antje Leetz hat ihre Erzählung mit dem Mikrofon aufgezeichnet, verschriftet, vorsichtig bearbeitet und ein Buch daraus gemacht.

Es bedarf zur Zeit keiner Anmeldung. Kommen Sie einfach nach Pankow oder schauen Sie kostenlos live oder auch später auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/wHu9XvjfstE

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin