Liebe Besucher*innen und Freund*innen des Max-Lingner-Hauses!

Pandemiebedingt hatten wir das Veranstaltungsprogramm im letzten Jahr abgebrochen.
Wir haben nun mit Hybridveranstaltungen begonnen. (Referent*in und Moderator*in vor Ort, viele Teilnehmer*innen online an den Bildschirmen).

Unsere nächsten Termine: 11., 18. und 25. August.

Auf Wiedersehen im Max-Lingner-Haus!
Thomas Flierl, Vorsitzender der Max-Lingner-Stiftung

11. August 2021, 19 Uhr

Relocating Memories 

Videopräsentation und Gespräch mit Luise Schröder (Leipzig)
Moderation: Thomas Flierl

In ihren Arbeiten, Videos und Publikationen setzt sich die Künstlerin Luise Schröder mit der Rekonstruktion und Instrumentalisierung von Geschichte in der Gegenwart auseinander. Sie studierte Fotografie und Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und ist seit 2018 Jury-Mitglied des Hans-und-Lea-Grundig-Preises. Im Max-Lingner-Haus wird sie ausgewählte Videoarbeiten präsentieren und anschließend über Fragestellungen im Umgang mit historischen Narrativen und Formen des Gedenkens und Erinnerns im Feld der Zeitgenössischen Kunst sprechen.

Bitte melden Sie sich per Mail an.
Sie erhalten dann einen Zugangslink. Die Teilnahme online ist kostenlos.
Für die Teilnahme vor Ort stehen nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung, Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €.

18. August 2021, 19 Uhr

Der Intellektuelle Heinrich Mann – heute und 1936/37 

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Klein
Moderation: Birgit Ziener

Die Jahre 1936/37 bildeten den Höhepunkt des politischen Engagements Heinrich Manns – und seines Scheiterns. Das deutsche Volk beschwor er zu einem Widerstand, den nur sehr wenige leisteten. Der von ihm geleitete Ausschuss zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront blieb ohne Unterstützung des Bürgertums, wurde von der Führung der Exil-SPD boykottiert und zerbrach am fehlenden demokratischen Verantwortungsgefühl der KPD. Die Sowjetunion erwies sich nicht als der «grösste Versuch der unbedingten Befreiung der Menschen» für den er sie nahm. Die Spanischen Republik unterlag den Putschisten. Frankreich schloss sich der englischen Appeasement-Politik an. Der Vortrag betrachtet die Haltung eines Intellektuellen, der sich in die Realpolitik nicht ergab, weil er sie an dem maß, was hätte sein sollen, und reflektiert die Lücken der Erinnerung an Heinrich Mann im heutigen Deutschland.

Wegen der pandemiebedingt begrenzten Anzahl von Plätzen melden Sie sich bitte auf der Homepage der Hellen Panke oder per Mail an. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €.

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

25. August 2021, 19 Uhr

Das Architektenpaar Margarete Schütte-Lihotzky und Wilhelm Schütte im Widerstand 1941–1945  

Buchvorstellung. Christine Fischer-Defoy im Gespräch mit dem Herausgeber Thomas Flierl 

Als herausragende Architektin einer sozialen Moderne und verfolgte kommunistische Widerstandskämpferin ist Margarete Schütte-Lihotzky (1897–2000) eine legendäre Gestalt der österreichischen Zeitgeschichte, die erst spät Anerkennung in ihrem Heimatland fand. Bislang unbekannt blieb, dass sich nicht nur einige wenige von ihr ins Archiv der Universität der Angewandten Kunst Wien gegebene Briefe, sondern fast der gesamte Briefwechsel während ihrer Haftzeit (1941–1945) zwischen den Eheleuten Wilhelm Schütte (1900–1968) und Margarete Schütte-Lihotzky (1897–2000) erhalten hat. Er wurde von Margarete aufbewahrt und erst nach ihrem Tode aufgefunden.

Thomas Flierl hat diesen Briefwechsel nun herausgegeben und kommentiert. Beide waren auf Vermittlung von Bruno Taut ab 1938 als Architekten in Istanbul tätig. Bei einer Kurierfahrt für die KPÖ nach Wien wurde Margarete Schütte-Lihotzky dort verhaftet und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Wilhelm Schütte bliebt in Istanbul und leistete ebenfalls – auf bisher unbekannte Weise – Widerstand gegen das Nazi-Regime.

Anhand des Briefwechsels und gestützt auf die Prozess-Akten im Bundesarchiv, die neueren Forschungen zum Widerstand der KPÖ jener Jahre, eigene Recherchen in der Türkei sowie auf Dokumente des Komintern-Archivs in Moskau und The National Archives in London zeichnet Thomas Flierl in einem umfangreichen Nachwort das Leben von Margarete und Wilhelm Schütte zwischen 1937 und 1945 nach.

Wegen der pandemiebedingt begrenzten Anzahl von Plätzen melden Sie sich bitte auf der Homepage der Hellen Panke oder per Mail an. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €.

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin