Liebe Besucher*innen und Freund*innen des Max-Lingner-Hauses!

Pandemiebedingt hatten wir das Veranstaltungsprogramm im letzten Jahr abgebrochen.
Wir haben nun mit Hybridveranstaltungen begonnen: Referent*in und Moderator*in vor Ort, viele Teilnehmer*innen an den Bildschirmen.
Alle Veranstaltungen auch kostenlos, live und online, siehe Hinweise bei den einzelnen Veranstaltungen. Alle vergangenen Veranstaltungen digital im Archiv.

Hier unsere nächsten Termine bis Oktober.

Auf Wiedersehen im Max-Lingner-Haus!
Thomas Flierl, Vorsitzender der Max-Lingner-Stiftung

6. Oktober 2021, 19 Uhr

Zwischen den Zeiten. Die späten Jahre der DDR 

Vortrag von und Buchvorstellung mit Gunnar Decker
Moderation: Thomas Flierl

Die Biermann-Ausbürgerung hatte die DDR-Gesellschaft 1976 in eine Melancholie gestürzt, aus der sie 1985 mit Michail Gorbatschow erwachte. Jetzt kehrte die Utopie zurück. Vor allem Intellektuelle, Künstler und Aussteiger aller Art lebten sie. Dem westlichen Siegerblick nach 1990, der die Geschichte der Ostdeutschen bis heute dominiert, entgeht zumeist dieser Emanzipationsprozess, der lange vor 1989 einsetzte. Umso mehr scheint hier eine Korrektur nötig: die Aneignung der eigenen – höchst widersprüchlichen – Geschichte durch die Akteure dieser Geschichte.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/pcYBee-3xok

13. Oktober 2021, 19 Uhr

Ernst Ludwig Kirchner: Boheme-Identität, Exilerfahrung und Bekenntnis zum «nationalen Aufbruch» 

Vortrag von Christian Saehrendt (Thun, Schweiz), anschließend im Gespräch mit Eckhart Gillen

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) gilt als Ikone des deutschen Expressionismus, aber auch als vielschichtige, politisch ambivalente Persönlichkeit. Seine Vita war essentiell geprägt von der Spannung zwischen Boheme-Identität und nationaler Sendung, von der Diskrepanz zwischen einem eigensinnigen, eigentlich apolitischen und rebellischen Künstlerindividualismus und apodiktisch verkündeten Ressentiments, die nur zu gut zum totalitären Zeitgeist passten. Auf der Basis seiner Briefwechsel und Schriften zeichnet der Vortrag Kirchners Leben im Schweizer Exil nach, wohin er sich 1917 geflüchtet hatte, um dem Kriegsdienst zu entgehen.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/th-cUZGBEpM​​​​​​​

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

20. Oktober 2021, 19 Uhr

«Die Kunst ist das Aschenbrödel in unserem sächsischen Staate…»
Tendenzen sächsischer Kunstpolitik in der Zeit der Weimarer Republik 

Vortrag von Anke Dietrich (Dresden), Moderation: Kathleen Krenzlin

Die ehemalige Residenzstadt Dresden galt dank seiner lebendigen Kunstszene, den fortschrittlichen Galerien und öffentlichen Sammlungen mit modernster Malerei und Plastik neben Berlin als die Kunstmetropole der «Goldenen Zwanziger» im Deutschen Reich. Gleichzeitig sorgte die Nähe zu Landtag und Regierung für spannungsvolle Wechselwirkungen zwischen Politik und Kunst und machte die Stadt zum Zentrum relevanter kulturpolitischer Entscheidungen. Doch auch Chemnitz und Zwickau wurden zu Schauplätzen bedeutender Diskurse, die über die sächsischen Grenzen hinaus Resonanz fanden. Der Vortrag gibt einen Überblick über Netzwerke und federführende Protagonisten der sächsischen Kunstpolitik.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/vNEADc1n03A

27. Oktober 2021, 19 Uhr

Konrad Wolf. Chronist im Jahrhundert der Extreme  

Lesung und Gespräch mit Antje Vollmer und Hans-Eckardt Wenzel, Moderation: Thomas Flierl

Er war der bedeutendste Filmregisseur der DDR, Präsident der Akademie der Künste, Sohn des Schriftstellers, Arztes und Kommunisten Friedrich Wolf und seiner Frau Else – und Bruder des Auslandsgeheimdienstchefs Markus Wolf. Konrad Wolfs Filmerzählungen machen ihn zum Chronisten der DDR und des eigenen dramatischen Lebens, das immer dem Schicksal der Familie und deren Traum vom Sozialismus in einem «anderen Deutschland» verbunden bleibt. Dreißig Jahre nach dem Ende der DDR schauen Antje Vollmer und Hans-Eckardt Wenzel mit ihren sehr unterschiedlichen Erfahrungen zurück auf das Leben und Werk von Konrad Wolf.

Bitte melden Sie sich per Mail an. Für die Teilnahme vor Ort stehen nur 15 Plätze zur Verfügung. Eintritt: 3, ermäßigt 1,50 €. Kostenlos live auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/QXRxpaA7MAE​​​​​​​​​