4. Februar 2026, 19 Uhr

 

Architekturvortrag 55
Schauspielhaus Chemnitz.
Zwischen Zeiten und Räumen

Buchvorstellung und Diskussion mit Annette Menting

Das Schauspielhaus Chemnitz wurde von 1977 bis 1980 nach Plänen des Architekten Rudolf Weißer als ein modernes Theatergebäude in der DDR errichtet, nachdem ein provisorischer Vorgängerbau durch einen Brand zerstört worden war. Seit 2022 soll das Gebäude saniert werden, der Theaterbetrieb ist temporär umgezogen. Nachdem die geplanten Sanierungskosten gestiegen sind, hat die Stadt das Vorhaben gestoppt — und jetzt droht trotz Kulturhauptstadt 2025 ein Ausverkauf. Mit ihrem Buch, das die wechselvolle Geschichte des Schauspielhauses zwischen Architektur und theaterkünstlerischer Praxis reflektiert, weitet die Professorin an der Leipziger HTWK den Horizont dieser Debatte.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/W3tvUg_etoY?feature=share

11. Februar 2026, 19 Uhr

 

Adlergestell

Lesung und Diskussion mit Laura Laabs

Die Regisseurin und Autorin Laura Laabs entwirft in ihrem Roman «Adlergestell» eine Ostberliner Kindheit in den 1990er Jahren: Im Zentrum stehen drei Mädchen, der Schulalltag, neue Erfahrungen unter neuen gesellschaftlichen Anforderungen, Gerüchte um Enteignungen und Aneignungen von Häusern in der Siedlung durch «Wessis», Unsicherheit im Umgang mit der Vergangenheit von DDR und Nationalsozialismus, Alkoholismus, Arbeitslosigkeit, Familien- und Staatsgewalt. Bei allen Erlebnissen erlernt und ergründet die Erzählerin neue Mechanismen des Konsums und der Werbung. Sie liest Romane von Anna Seghers, die schließlich auch am Adlergestell wohnte. Über den Roman, das Schreiben und Erinnern als Textarbeit sprechen wir mit Laura Laabs. 

4. März 2026, 19 Uhr

 

Architekturvortrag 57
Helmut Trauzettel, die UIA und der Schulbau in der DDR

Vortrag von Oliver Sukrow (Darmstadt)

Der Schulbau in der DDR war maßgeblich durch die Notwendigkeit geprägt, schnell und effizient eine Vielzahl neuer Schulen zu errichten, um dem einheitlichen Bildungssystem der Polytechnischen Oberschule (POS) gerecht zu werden. Dabei spielten ab den 1960er Jahren verschiedene Typenprojekte eine wichtige Rolle, wie etwa diejenigen des Dresdner Hochschulprofessors Helmut Trauzettel. Wenig beachtet blieb bislang jedoch Trauzettels jahrzehntelanges Engagement in der Schulbaukommission der Union International des Architectes (UIA). Der Vortrag bindet nationale wie internationale Aspekte des Themas zusammen und wirft einen neuen Blick auf diese zentrale Bauaufgabe in der DDR.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/V1ieoCmxnJc?feature=share

18. März 2026, 19 Uhr

 

VERANSTALTUNG AUSGEBUCHT!!!

Walter Ulbricht. Der deutsche Kommunist

Vortrag von Ilko-Sascha Kowalczuk
Moderation: Wladislaw Hedeler

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Walter Ulbricht war einer der einflussreichsten deutschen Politiker des 20. Jahrhunderts. Ilko-Sascha Kowalczuk legt nun die erste umfassende wissenschaftliche Biographie vor, basierend auf langjährigen Quellenrecherchen in Dutzenden Archiven im In- und Ausland. Entstanden ist ein monumentales Werk, das mehr ist als eine einfache Biographie. Es ist auch eine Geschichte des Kommunismus und des zerrissenen 20. Jahrhunderts. Ilko-Sascha Kowalczuk beschreibt den Aufstieg des um die Jahrhundertwende in Leipzig geborenen Sohnes eines Schneiders zum Führer der deutschen Kommunisten, der zum eigentlichen Gründer der DDR wurde und 1961 die Mauer errichten ließ. Dabei entdeckt er nicht nur den Funktionär Ulbricht neu, sondern beschreibt ihn auch als Menschen, wie es bislang nicht zu lesen war. Er erklärt Ulbricht aus seiner Zeit und schreibt nicht über ihn, allein mit dem Wissen von später.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/PmacMgBSR4E?feature=share

25. März 2026, 19 Uhr

 

AUSSERHALB DER REIHE:

Pfefferminzhimmel
Lesung mit Musik und miteinander reden

Mit Alfred Roesler-Kleint und Tobias Burger
Moderation: Thomas Flierl

1980. Ostberlin. Eigentlich sucht Charlotte nur einen Unterschlupf, um ungestört mit ihrem Freund aus Westberlin zu schlafen. Abhauen und nach drüben gehen kommt für sie nicht infrage. Ihre Exitstrategie sieht anders aus. Charlotte will nicht alt werden, höchstens dreißig. Bloß nicht festbinden. Schon gar nicht an einen, der seinem gewesenen Glück nachhängt. Doch ausgerechnet bei so einem ist ein Zimmer frei.
ALFRED ROESLER-KLEINT schreibt Drehbücher und Gedichte, von denen viele zu Songs der Rockband CITY wurden. Er war Kulturredakteur und verließ das DDR-Fernsehen im Zorn. Nach der Wende kehrte er zum Deutschen Fernsehfunk zurück, um ein staatsfernes Gemeinschaftsprogramm der ostdeutschen Länder auf den Weg zu bringen, was sich als Illusion erwies. Auch davon erzählt sein Roman. PFEFFERMINZHIMMEL ist eine Reise in ein verschwundenes Land. Keine schwermütige Abrechnung, sondern eine Liebesgeschichte. – Der Gitarrist und Liedermacher TOBIAS BURGER interpretiert CITY-Songs auf ganz eigene, poetische Art.

Das Video kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/o-0OyLoV7fY?feature=share

22. April 2026, 19 Uhr

 

Kommunistische Propaganda? Sowjetische Kulturdiplomatie im Kontext des Rapallo-Vertrags

Vortrag von Christian Hufen
Moderation: Thomas Flierl

Die Moskauer «Allunionsorganisation für kulturelle Verbindung mit dem Ausland» (russ. Abk. VOKS; 1925–1958) vermittelte im Staatsauftrag ein positives Erscheinungsbild der jungen Sowjetunion. Gründungsdirektorin Ol’ga Kameneva, Trockijs Schwester, sorgte zugleich für einen künstlerischen und wissenschaftlichen Austausch mit dem Westen auf hohem Niveau. Sowjetische Gastspiele und Kunstausstellungen bereicherten das deutsche Kulturangebot, Begegnungen von Spitzenforschern den wissenschaftlichen Fortschritt. Die innovative Außenwerbung 
sowjetischer Avantgardisten, wie durch El’ Lisickij, fand weltweit Nachahmer.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/Ju5Hns1-aMQ?feature=share