Max Lingner

Max Lingner: Kopf eines jungen Mannes mit Schirmmütze, um 1947

17. Januar bis 28. Februar 2019

Max Lingner – Auf der Suche nach der Gegenwart
Ausstellung in der Galerie des Institut français Berlin

Im Zentrum der Ausstellung, die Max Lingners Werk erstmals seit langem in einem breiteren Überblick präsentiert, stehen das Schaffen des Künstlers in Frankreich ab 1929, u.a. als Pressezeichner, und nach seiner Rückkehr 1949 in die gerade gegründete DDR. Zu entdecken sind in ihrer Verbindung von Gegenständlichkeit und Reduktion meisterhafte Zeichnungen aus den 1930er Jahren, in denen Lingner die Pariser banlieue erkundete und mit den Vorstädten auch die Menschen der französischen Hauptstadt ins Bild setzte.
Zugleich thematisiert die Ausstellung einen vielschichtigen Bild- und Kulturtransfer zwischen Frankreich und Deutschland, u.a. anhand des wohl bekanntesten Werks Max Lingners in Berlin, des Wandbildes am Haus der Ministerien, dem heutigen Bundesfinanzministerium. Sie stellt die Frage, wie aus der «Suche nach der Gegenwart» ein Verlust der Wirklichkeit werden konnte. Und sie fragt mit den Zeichnungen des Künstlers nach der Aktualität seines Blicks auf den Menschen ebenso wie nach den Grenzen einer Bildsprache, in der ästhetische Wahrnehmung und politische Parteilichkeit in Konflikt gerieten.

Eine Ausstellung der Max-Lingner-Stiftung in Kooperation mit dem Centre Marc Bloch und dem Institut français. Kuratiert von Franck Hofmann und Rahel Melis. Unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Der Eintritt ist frei.

Kooperation mit dem Centre Marc Bloch Berlin
Für die Erforschung der Frankreichzeit Max Lingners besteht seit Januar 2018 eine Kooperation mit dem Centre Marc Bloch. Hier finden Sie die Max-Lingner-Forschungsstelle am CMB. Wir halten Sie über die Entwicklung auf dem Laufenden.

19. Juni 2019, 19 Uhr

Gott wohnt im Wedding
Lesung und Gespräch mit Regina Scheer

In dem neuen Roman von Regina Scheer, der im Frühjahr 2019 im Penguin Verlag erscheint, geht es um ein Haus in der Utrechter ­Straße im Wedding, vor dem 1933 der Hitlerjunge Walter Wagnitz ermordet wurde, angeblich von Kommunisten. Noch gibt es eine alte Hausbewohnerin, die sich an die Wahrheit erinnert, über die nie gesprochen wurde. In der Gegenwart löst das über hundert Jahre alte Haus Begehrlichkeiten bei Investoren aus; um die alteingessenen Mieter zu vertreiben, werden Roma aus Rumänien in die leeren Wohnungen gesetzt, die voller Hoffnung und Illusionen nach Deutschland kamen. Regina Scheer erzählt vom Daseinskampf dieser Menschen, ihrer Not und ihrer Lebenskraft. Die verschiedenen Handlungsstränge berühren einander, ohne dass die Protagonisten es immer wissen.

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin