Max Lingner

Max Lingner: Illustration in L’Avant-Garde vom 26. Juni 1937

Veranstaltungsprogramm Frühjahr/Sommer 2018
Unser aktuelles Programm ist hier auch als PDF abrufbar.

30. Juni 2017 – 17. Juni 2018

Max Lingner in der Ausstellung Neue/Alte Heimat im Kunsthaus Dahlem
In der Ausstellung mit etwa 50 Werken werden unterschiedliche Gruppierungen beleuchtet: Emigrierte Künstlerinnen und Künstler, die nicht nach Deutschland zurückkehrten. Exilanten deren Rezeption nach 1945 verhindert oder verzögert wurde und willkommene Rückkehrer, deren Remigration gefördert wurde. Aber auch Künstlerinnen und Künstler, die sich in die innere Emigration begaben, werden gewürdigt. Max Lingner ist mit Entwürfen zum Wandbild aus den frühen 1950er Jahren zu sehen.

Weitere Infos zur Ausstellung hier.

Beitrag im Museumsjournal (PDF)

25. April 2018, 19 Uhr

Architekturvortrag 22
Vyborg: Finnisch-sowjetisches Palimpsest
Vortrag von Ksenija Litvinenko (St. Petersburg/Prag), in Englisch

Die Geschichte der sowjetischen Architektur wird zumeist los­gelöst von der übrigen Welt betrachtet. Dem stellt der Vortrag eine ­trans­nationale und systemübergreifende Analyse gegenüber — fokussiert auf die Wechselwirkung von sowjetischen und finnischen Architekten bei der Entwicklung Vyborgs, der einst finnischen Stadt Viipuri, die nach dem Zweiten Weltkrieg der Sowjetunion ange­gliedert wurde. Im Zentrum steht die Geschichte der Bibliothek von Alvar Aalto (1927–1935), die in den Kriegen zerstört, in den 1950–60er Jahren «sowjetisch» rekonstruiert und vor kurzem in russisch-finnischer Zusammenarbeit restauriert wurde.
In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

9. Mai 2018, 19 Uhr

Berliner Museumsfragen
Nikolaus Bernau (Feuilletonist der Berliner Zeitung) im Gespräch mit Dr. Christian Hufen (Historiker)

Der 1990 begonnene Berliner Museumsstreit um die Art und Weise sowie die Ziele der Zusammenführung der Staatlichen Museen endete mit einem vorläufigen «Sieg» derjenigen, die die seit den 1960er Jahren für West-Berlin entwickelten Pläne vor allem für den Bau der Neuen Gemäldegalerie realisieren wollten, ohne Rücksicht auf die historischen Bauten der Museumsinsel. Schon damals zeigte sich ein seither immer wieder zu beobachtendes Muster: An die Stelle von konzeptionellen Debatten über die Ziele und Inhalte von Museen und Bibliotheken traten umfangreiche Neubauprojekte. Bald haben wir die Neubauten, doch die Probleme bleiben bestehen. Die profunde Kritik des Museumsexperten regt an, über den Auftrag der Staatlichen Museen, die Potenziale der Berliner Sammlungen und Alternativen zum Massentourismus nachzudenken.

23. Mai 2018, 19 Uhr

Radiofeature 25
Sowjetische Frauen während des Zweiten Weltkriegs
Feature von Antje Leetz und Charlotte Misselwitz (DLF Kultur, 2017)

Aus dem brandenburgischen Tröbitz ist eine Geschichte aus den letzten Kriegstagen bekannt: Ein Offizier der Roten Armee soll die Dorfbewohner gezwungen haben, typhuskranke Juden aufzuneh­men. Das Besondere: Der Offizier war eine Frau.
Eine Million junger sowjetischer Frauen haben im Krieg gekämpft. Beim Betrachten alter Fotos entdecken die beiden Autorinnen, dass sie widersprüchliche Vorstellungen von den Frauen dieser Zeit haben. Wo die Ältere Weiblichkeit und Stärke sieht, denkt die Jüngere an Geschichten über Gewalt, die ihre Großmutter über die Rote Armee erzählt hat. Im heutigen Moskau suchen die beiden bei ehemaligen Rotarmistinnen und ihren Enkelinnen nach Antworten.

6. Juni 2018, 19 Uhr

Erinnerung an Lothar Kühne 2
Von den Qualen, die staatssozialistische Moderne zu denken
Vortrag von Prof. Dr. Michael Brie (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Zum Mit-Tun in dem immer mehr den kommunistischen Geist verlie­renden Betrieb von Partei, parteilicher Wissenschaft und Lehre sich verpflichtend und zugleich bestrebt, seinem Tun einen revo­lutionären Sinn zu geben, hat der überzeugte kommunistische Intellektuelle von sich das Unmögliche verlangt und das Mögliche erreicht: eine unge­wöhnliche Erkundung der Widersprüche zwischen Staats­sozia­lismus und kommunistischer Vision.

In Kooperation mit Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

20. Juni 2018, 19 Uhr

Architekturvortrag 23
«Der gefesselte Dnepr» oder «Der sozialistische Angriff auf die Natur»
Vortrag von Dr. Thomas Flierl

Schon seit Peter I. gab es Pläne zur Regulierung des Flusses. Erst mit der Elektrifizierung des ganzen Landes (GOELRO-Plan von 1920) verwirklichte die Sowjetmacht diese Idee und schuf mit dem Dnepr-Staudamm und dem zugehörigen Wasserkraftwerk (1927–1932) die energetische Basis für die Industrialisierung der Ost-Ukraine, die sich auf die Kohle- und Eisenerzvorkommen ­der Region stützte. Das Wasserkraftwerk und die zeitgleich errichtete Wohnstadt für die Industriemetropole Zaporož’e (за порогами — hinter den Stromschnellen) gehörten zu den «Giganten» des1. Fünfjahrplans und sind einzigartige Zeugnisse der Architektur ­des sowjetischen Konstruktivisten Viktor Vesnin (1882–1950).