Max Lingner

Max Lingner, Zeichnung in l’Avant-Garde vom 6. März 1937

Veranstaltungsprogramm Frühjahr/Sommer 2017
Unser aktuelles Programm ist hier auch als PDF abrufbar.
1. März 2017, 19 Uhr
Radio-Feature 23

Man wird einer Frau nicht den Auftrag geben, ein Haus zu bauen.
Feature von Günter Höhne (Radio Brandenburg 1997)

Anlass ist der 120. Geburtstag der Wiener Architektin und antifaschistischen Widerstandskämpferin Margarete Schütte-Lihotzky am 23. Januar 2017. Als Österreichs erste Architektin arbeitete sie zunächst mit Adolf Loos für die Wiener Arbeitersiedlungs-Bewegung, danach unter Ernst May am Neuen Frankfurt, wo sie mit ihrer «Frankfurter Küche» Architekturgeschichte schrieb. Schließlich ging sie mit May und Kollegen bis 1937 als Architektin in die Sowjetunion, später war dann mit ihrem Mann W. Schütte in der Türkei als Architektin tätig. Hier schloss sie sich der österreichischen Widerstandsbewegung gegen das Hitler-Regime an, wurde bei einem Kurier-Einsatz in Wien verhaftet und zu einer langen Zuchthausstrafe verurteilt. Nach ihrer Befreiung 1945 engagierte sich «Schü-Li» in der österreichischen Friedensbewegung. Das Feature gibt ein lebendiges Bild dieser 2000 verstorbenen einzigartigen Frau.

8. März 2017, 19 Uhr

Barfuß übers Stoppelfeld.
Vortrag von Prof. Stephan Tanneberger


Stephan Tanneberger, 1935 in Chemnitz geboren, studierte Chemie und Medizin und wurde 1974 Direktor des Zentralinstituts für Krebsforschung der DDR. 1990 übernahm er leitende Aufgaben der Krebsbekämpfung in der «Dritten Welt», war Direktor bei der ­Associazione Nazional Tumori in Italien und lehrte Onkologie an der Universität Bologna. 2004 gründete er das Zentrum für Friedensarbeit in Anklam und schuf den dortigen «Wald für Frieden und gegen Klimawandel».


Veranstalter Helle Panke e.V. | Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

15. März 2017, 19 Uhr
Lingner in Frankreich

Paris und Frankreich in Texten und Bildern Max Lingners 1928–1949
Vortrag von Lisa Hartsch (Universität Saarbrücken)

Als Max Lingner Ende der 1920er Jahre in Paris eintrifft, ist seine Wahrnehmung Frankreichs, seiner Hauptstadt und ihrer Bewohner vor­geprägt durch das zu dieser Zeit vorherrschende Frankreichbild. Ausdruck findet dies in seinen Briefen und Kunstwerken der folgenden Jahre. Sie zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst, der «Heimat» sowie dem «Anderen» im Spannungsfeld ­zwischen Deutschland und Frankreich. Ebenso liefern die autobiografischen, rückblickenden Betrachtungen des Künstlers wertvolle Aufschlüsse zu dessen Perzeptionsmustern.

29. März 2017, 19 Uhr
Radio-Feature 24

Anders lieben müssen wir als gestern
Feature von Christine Fischer-Defoy (SFB 3, 1997)

Am 11. Dezember 1962 fand in der Deutschen Akademie der Künste am Robert-Koch-Platz die Lesung «Junge Lyrik» statt, zu der Stephan Hermlin junge Dichter der DDR eingeladen hatte. Unter ihnen: Sarah und Rainer Kirsch, Volker Braun, Helmut Baierl, Berndt Jentzsch und Wolf Biermann. Im Publikum: Akademiemitglieder, Kulturfunktionäre, Journalisten und — unvermeidlich — die Staatssicherheit. Am 14. März 1963 wurde Hermlin wegen dieser Veranstaltung als Sekretär der Sektion für Dichtkunst und Sprachpflege der Akademie abgesetzt. Die Tonbänder der über vierstündigen Veranstaltung überlebten im ­Archiv der Akademie und dokumentieren heute das couragierte, aufmüpfige Auftreten der jungen Autoren. Zwei der unmittelbar Beteilig­ten, Stephan Hermlin und Wolf Biermann, äußerten sich 35 Jahre später.