Max Lingner

Max Lingner, Zeichnung in l’Avant-Garde vom 6. März 1937

30. Juni 2017 – 17. Juni 2018

Max Lingner in der Ausstellung Neue/Alte Heimat im Kunsthaus Dahlem
In der Ausstellung mit etwa 50 Werken werden unterschiedliche Gruppierungen beleuchtet: Emigrierte Künstlerinnen und Künstler, die nicht nach Deutschland zurückkehrten. Exilanten deren Rezeption nach 1945 verhindert oder verzögert wurde und willkommene Rückkehrer, deren Remigration gefördert wurde. Aber auch Künstlerinnen und Künstler, die sich in die innere Emigration begaben, werden gewürdigt. Max Lingner ist mit Entwürfen zum Wandbild aus den frühen 1950er Jahren zu sehen.

Weitere Infos zur Ausstellung hier.

Veranstaltungsprogramm Herbst/Winter 2017
Unser aktuelles Programm ist hier auch als PDF abrufbar.

25. Oktober 2017, 19 Uhr

Vom Geheimmanuskript zum zensierten Bestseller.
Vor 40 Jahren erschien Sonjas Rapport

Vortrag von Bernd-Rainer Barth

Auf Befehl des sowjetischen Militärnachrichtendienstes (GRU) entstand 1967/68 ein umfangreicher, tabuloser Bericht seiner früheren Agentin Ursula Beurton (Ruth Werner), der nie zur Veröffentlichung bestimmt war. Neben ihrer «Kundschaftertätigkeit» in China, Polen, der Schweiz und Großbritannien, berührt sie auch die tabuisierten «Säuberungen» innerhalb ihres Dienstes in der Stalin-Zeit und ihre eigenen bitteren Erfahrungen als «Westemigrantin» in der frühen DDR. Der konfliktreiche Vorgang, wie aus dem Urmanuskript unter «Betreuung» des Ministeriums für Staatssicherheit bis Oktober 1977 ein Buch entstand, gehört zu den bestdokumentierten Zensurgeschichten der DDR. Wie sich Ruth Werner im Kräftefeld unterschiedlicher sowjetischer und ostdeutscher Interessen behauptete, wirft ein neues Licht auf ihre Person.

1. November 2017, 19 Uhr

Luther bei Marx und Engels
Friedrich Dieckmann liest aus seinem Buch Luther im Spiegel

Der Spiegel, in dem Martin Luther in Friedrich Dieckmanns Buch Luther im Spiegel erscheint, ist ein zehnfacher: Werke und Briefe von zehn deutschen Schriftstellern und Philosophen — Lessing, Goethe, Schiller, Hegel, Schopenhauer, Heine, Marx, Engels, Nietzsche und Thomas Mann. Ein jeder dieser Spiegel wirft ein facettenreiches Bild des Reformators zurück, gemischt aus Bewunderung und Kritik, die sich im lebendigen Bezug auf die eigene Zeit artikulieren. So auch bei Karl Marx, der Luther den «ältesten deutschen Nationalökonomen» nannte. War Luther gar ein untergründiger Ahnherr des real existierenden Staatssozialismus?

8. November 2017, 19 Uhr

Blauer Himmel ohne Sonne.
Die Welt von morgen in Eugen Ruges Roman Follower

Rainer Land im Gespräch mit dem Autor

Eugen Ruge lässt in seinem neuen Roman die Familiengeschichte aus In Zeiten des abnehmenden Lichts von einem fiktiven Enkel weitererzählen. China 2055: Unter dem künstlichen Himmelsblau von HTUA-China ist ein Mann unterwegs, um die neueste Geschäftsidee seiner Firma zu vermarkten: true barefoot running heißt das identitätsstiftende Produkt. Nio Schulz, 39, schwimmt im Strom unaufhörlicher Informationen, er lebt in der Welt des Big Data, des Tofu-Eisbeins und Invitro-Steaks, der technischen Selbstoptimierung … Nio will den Fortschritt. Er kämpft darum, auf der Höhe der Zeit zu bleiben. @dpa meldet den Tod seines kapitalismuskritischen Großvaters, er war ein bekannter Schriftsteller, Eigenbrötler und Fortschrittsfeind.

In Kooperation mit der Zeitschrift Berliner Debatte. Initial

22. November 2017, 19 Uhr

Bauen in Berlin-Ost und -West
Fronten und Übergänge im Kalten Krieg

Vortrag von Dr. Ulrich Hartung und Dr. Roman Hillmann

Die Frontstellung der beiden Stadthälften während der Teilung rückt aktuell verstärkt in den Fokus. Abgrenzung und Verbindung standen im Wechselspiel. Es gilt, die Baukultur der Nachkriegsjahre auszuloten. Die Bandbreite der Bauleistungen beim Wiederaufbau und beim Neubau wurde erst in Ansätzen erkannt. Wie steht es mit Bauten des Alltags, von Lückenwohngebäuden bis zu Sport- und Kulturbauten? Welche Konzepte reagierten aufeinander, welche grenzten sich ab? Welche Künstler (B. Heiliger, W. Frankenstein), Architekten (F. Hinssen, H. Scharoun) und Architekturkritiker (B. Flierl) wechselten zwischen den Stadthälften? Es geht also auch um Gemeinsamkeiten im Unterschiedlichen, die in der Rückschau erkennbar werden.

29. November 2017, 19 Uhr

Das geteilte Leben des Gerhard Scheumann
Lesung und Gespräch mit Therese Hörnigk

Die Biografie Gerhard Scheumanns ist das letzte Buch des Berliner Germanisten Frank Hörnigk (1944–2016). Seine Veröffentlichung konnte er nicht mehr erleben. Therese Hörnigk stellt das Buch ihres Mannes vor, das nun im Verlag für Berlin-Brandenburg erschien. Gerhard Scheumann (1930–1998) ist einer der herausragendsten Vertreter des internationalen Dokumentarfilms. Er schrieb Mediengeschichte: seit Anfang der 1960er Jahre als Erfinder des ersten politischen Zeit-Magazins PRISMA beim Deutschen Fernsehfunk, danach mit Walter Heynowski als Filmdokumentarist an den Brennpunkten des Kalten Krieges und der «heißen» Kriege in Afrika, Asien und Lateinamerika. Nach 1989 gehörte er zu den prominentesten und umstrittensten ostdeutschen Intellektuellen.

6. Dezember 2017, 19 Uhr

Anna Seghers: Sagen von Unirdischen
Lesung mit der Schauspielerin Doreen Kähler

Sagen von Unirdischen ist eine Erzählung aus Anna Seghers‘ Spätwerk, erschienen in der Sammlung Sonderbare Begegnungen 1973. Es ist die Zeit von Reformation und Bauernkrieg: Verwirrung, Not und Angst bestimmen das Leben. Doch diese unruhige Epoche birgt neue Hoffnungen, ist Aufbruch zu einem neuen Bewusstsein. Wie aber äußert sich dieses Neue im Menschen? Seghers gestaltet diese Frage, indem sie den historischen Stoff mit einem «Science-Fiction» verbindet: Ein Künstler aus der Reformationszeit begegnet einem Fremden von einem anderen Stern, der die Geschichte der Menschheit mit unirdischen Augen sieht.

13. Dezember 2017, 19 Uhr

10 Tage, die die Welt erschütterten.
Russische Revolution — So weit entfernt.
Über die Schwierigkeit ihrer Vergegenwärtigung

Dr. Wladislaw Hedeler im Gespräch mit dem Historiker Prof. Dr. Karl Schlögel

Der 100. Jahrestag des Revolutionsjahres in Russland ist für die Redaktion der Zeitschrift Berliner Debatte. Initial Anlass, Literaturwissenschaftler, Historiker und Übersetzer einzuladen, über die Darstellung des Revolutionsjahres und seiner Folgen zu diskutieren. Die Auftaktveranstaltungen sind im Heft 1/2017 der Zeitschrift unter dem Titel «Russland in Blut gewaschen» dokumentiert. Am Ende des an Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen reichen Jahres wollen wir versuchen, ein Resümee bezüglich der Annäherung und Vergegenwärtigung des Revolutionsgeschehen zu ziehen.

In Kooperation mit der Zeitschrift Berliner Debatte. Initial