28. Februar 2024, 19 Uhr

 

Friedrich der Sonnenkönig

Politische Satire von Artur-Axel Wandtke
Lesung: Christian Grashof

Es ist ein heißer Herbsttag und die Kastanienbäume weinen wegen der Hitze. Friedrich Miller, der als Unternehmer Wasserstoffautos und Drohnen produziert, und seine Frau Irene heiraten in einer Kirche in Brandenburg. Die Schlange ist ein Wahrzeichen des Unternehmers. Der Bundeskanzler, der ein Freund Friedrichs ist, und seine Minister sowie Prominente, Oligarchen und Adlige nehmen an der Hochzeit teil. Im Spiegelsaal des umgebauten Schlosses wird gefeiert. Die Maßlosigkeit des Feierns kennt keine Grenzen. Ein Sumpf zieht im Spiegelsaal auf und verpestet das schon Errungene. Die Katastrophe naht wie ein Blitz und beendet die Hochzeit.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/qg0T-LxtGNI

20. März 2024, 19 Uhr

 

Architekturvortrag 45

Ausstellungen moderner Architektur (1923–1961)
Das Beispiel der ‹Grilles de CIAM› von 1953

Vortrag von Elke Mittmann (Strasbourg)
Moderation: Thomas Flierl

Mit der postrevolutionären sowjetischen Avantgarde und der westlichen Moderne entstand ein neues Paradigma von Ausstellungen, die als Demonstrationsräume konzipiert sind. Vier diskursive Formen lassen sich identifizieren: Messen, Popularisieren, Planen, Analysieren. Sie verwenden originelle Darstellungsstrategien: visuelle Statistiken und Pläne, verschiedene Formen von Informationsgrafik und monumentalen Bildern, multimediale Erzählungen und ‹Raster›. Der Vortrag widmet sich insbesondere den ‹Grilles der CIAM› (Internationale Kongresse Moderner Architektur), die 1948 durch Le Corbusier  entwickelt wurden.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/yQFtmIBitLs

27. März 2024, 19 Uhr

 

Gertrud oder die Differenz

Film von Ute Richter
Thomas Flierl im Gespräch mit der Künstlerin

Die Schule der Arbeit (1928–1933) in Leipzig war ein Modellprojekt für Arbeiterbildungszwecke unter Leitung der Pädagogin Gertrud Hermes. Mit dem Neubau des Architekten Johannes Niemeyer entstand 1928 in der Stieglitzstraße ein moderner Ort, der für das gemeinsame Leben und Lernen junger Arbeiter geplant wurde. Der Film «Gertrud oder die Differenz» ist eine künstlerische Aneignung seiner vergessenen Geschichte, mit aktuellem Blick. www.schulederarbeit.de

Aus rechtlichen Gründen keine Online-Übertragung.

Kooperation mit Helle Panke e.V. | Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

3. April 2024, 19 Uhr

 

Architekturvortrag 46

Berlin-Hilfe und Baugestalt 
Wie Subventionen West-Berlins Architektur formten

Vortrag von Fabian Schmerbeck
Moderation: Thomas Flierl

Während der Soziale Wohnungsbau im West-Berlin der 1960er und 1970er Jahre bereits umfangreichen Untersuchungen unterzogen wurde, steht die Betrachtung des privat initiierten Bauens dieser Zeit noch am Anfang. Doch auch dieses Bauen war in West-Berlin maßgeblich durch ein komplexes Subventionssystem gefördert. Dass die Berlin-Hilfe unmittelbaren Einfluss auf die Baugestalt hatte und architektonisch komplexe wie stadtbildprägende Gebäude überhaupt erst formte und ermöglichte, arbeitet Schmerbeck heraus. Das exemplarische Beispiel sind vier kombinierten Wohn- und Marktgebäude, die zwischen 1968 und 1973 entstanden.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/wSMU2oehk6I

10. April 2024, 19 Uhr

 

Die Wollenbergers 
Jüdische Remigranten in der DDR

Radio-Feature von Charlotte Misselwitz
Moderation: Annette Leo

Die Familiengeschichte der Wollenbergers steht stellvertretend für viele jüdische Remigranten, die an ihren Illusionen zerbrachen: Albert kämpfte gegen die Nazis, glaubte an den Kommunismus, und wollte ein gerechtes, antifaschistisches Deutschland aufbauen – auch als sicheres Bollwerk gegen künftigen Antisemitismus. Er kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg in die DDR zurück. Seine Enkel erinnern sich an ihn aus der Zeit nach der Wende als einen alten, gebrochenen Mann. Alberts Enkeltochter Judith ist in das Haus ihres Großvaters gezogen. Zusammen mit der Autorin Charlotte Misselwitz beginnt eine Spurensuche über die vergessenen Hoffnungen und Enttäuschungen dieser DDR-Generation.

Aus rechtlichen Gründen keine Online-Übertragung.

Kooperation mit Helle Panke e.V. | Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

24. April 2024, 19 Uhr

 

Corporate Identity der DDR

Buchvorstellung von Andreas Koop (Allgäu)
anschließend im Gespräch mit Wilfried Klink
Moderation: Thomas Flierl

Eine Annäherung an die DDR über ihre Selbstdarstellung. Der Designforscher Andreas Koop, der zuvor das visuelle Erscheinungsbild des Nationalsozialismus beschrieben hat («NSCI»), analysiert die visuelle Identität der DDR und rekonstruiert gewissermaßen das Manual des Arbeiter- und Bauern-Staates: Vom Wappen über die Nationalfarben, Schrift/Typografie und Printmedien bis hin zu öffentlicher Inszenierung.
Der Grafikdesigner Wilfried Klink, Schüler von Werner Klemke und Axel Bertram (Kunsthochschule Berlin-Weißensee), langjähriger Grafikchef von TRIALON und damit einer der kundigsten Kampagnen-Gestalter aus dem Osten, beriet Koop.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/arJ5APgcNqQ

8. Mai 2024, 19 Uhr

 

Mirano Cavaljeti: Auf der Flucht über den Balkan
Die Kindheitserlebnisse eines Sinto-Jungen während der NS-Zeit

Herausgegeben und vorgestellt von Annette Leo
Moderation: Thomas Flierl

Der heute 90jährige Opern- und Operettensänger Mirano Cavaljeti-Richter hat seine Lebensgeschichte niedergeschrieben. Er erzählt von seiner Kindheit in einer Großfamilie von Sinti, die als Komödianten mit dem Wohnwagen durch die kleinen Städte und Dörfer Deutschlands zogen und ihre Varieté-Programme zeigten. 1939 flohen sie vor der nationalsozialistischen Verfolgung über die Grenze nach Italien. In ergreifender Lakonie schildert Cavaljeti die dramatische Odyssee durch Italien, Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien, in deren Verlauf sie nach und nach alles verloren, ihr Leben jedoch retten konnten.

Das Video der Veranstaltung kann hier kostenlos angesehen werden: https://youtube.com/live/LSwO1yIlBQ4

Kooperation mit Helle Panke e.V. | Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

15. Mai 2024, 19 Uhr

 

Architekturvortrag 47

Haus Perls und das Museumsprojekt von Eduard Fuchs

Vortrag von Christian Hufen
Moderation: Thomas Flierl

Das 1911/12 errichtete Haus Perls in Zehlendorf, ein Frühwerk von Mies van der Rohe, gelangte 1918 in den Besitz des Kunstsammlers, Schriftstellers und Linkspolitikers Eduard Fuchs (1870–1940). Für dessen Kunstsammlung entwarf Mies 1927/28 einen modernen Erweiterungsbau – sein erstes Kunstmuseum in Berlin. Als Eduard Fuchs und seine deutsch-jüdische Frau Margarete 1933 ins Exil gingen, zerschlug sich der Plan, ihr gemeinsames «Museum eines Sammlers» der Stadt Berlin zu schenken. Christian Hufen erzählt die Geschichte des Mies-Ensembles und erinnert an das Vermächtnis des Sammlerpaares Fuchs.

Wegen Vorbereitung einer Publikation keine Online-Übertragung. Am besten selbst kommen!